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Anschläge auf Homo-Mahnmal und lesbischen Verein
Berlin: Weitere Ermittlungen nach homophob motivierten Brandanschlägen
Der 63-Jährige, der u.a. Brandanschläge auf das Homosexellen-Mahnmal und einen lesbischen Verein verübt haben soll, befindet sich in Haft. Jetzt werden die Hintergründe der Tat ermittelt.

Die Polizei will die Hintergründe der drei Brandanschläge vom Wochenende ergründen
- 17. August 2023, 12:05h 2 Min.
Nach der Verhaftung eines 63-Jährigen gehen die Ermittlungen zu mehreren homosexuellenfeindlich und antisemitisch motivierten Brandanschlägen weiter. Dabei werde auch der Frage nachgegangen, inwiefern eine mögliche psychische Beeinträchtigung des Beschuldigten bei den Taten eine Rolle gespielt haben könnte, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Donnerstag.
Der 63-Jährige war am Dienstag festgenommen worden und befindet sich in Untersuchungshaft (queer.de berichtete). Laut Polizei und Staatsanwaltschaft hat er die Taten im Zeitraum von 12. bis 14. August umfänglich eingeräumt.
Auf das Konto des Mannes gehen sollen demnach eine brennende Bücherbox am Holocaust-Mahnmal "Gleis 17" am Bahnhof Grunewald, das an deportierte Jüd*innen erinnert, sowie Brandanschläge auf das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen am Tiergarten am Samstag und auf den lesbischen Verein "Rad und Tat" in Neukölln am Montagfrüh. Nach der letzten Attacke wurde ein Haftbefehl gegen den Beschuldigten erlassen, wie es von der Staatsanwaltschaft hieß. Beamt*innen nahmen den Mann am Dienstag an seiner Wohnanschrift im Süden von Berlin fest. Der Verdächtige war wegen früherer Taten ins Visier der Ermittelnden geraten.
Zettel mit Bibelstellen gefunden
Die genaue Tatmotivation des deutschen Staatsbürgers ist laut Staatsanwaltschaft bei den aktuellen Fällen noch nicht klar. Allerdings schien die queerfeindliche Intention klar: Auf Zetteln, die am Homosexuellen-Mahnmal und vor dem lesbischen Verein gefunden wurden, waren Bibelstellen zitiert worden, die sich gegen Homosexuelle richteten.
Auch mit Blick darauf hoffen die Behörden auf weitere Hinweise zum Tathergang. So sucht die Polizei etwa nach Zeug*innen, die Beobachtungen zu dem Brandanschlag auf die Bücherbox am Holocaust-Mahnmal "Gleis 17" gemacht haben. Bis Donnerstag gab es aber keine Hinweise, wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage sagte.
Die Attacken hatten Betroffenheit in der Berliner Landespolitik ausgelöst. Finanzsenator und Bürgermeister Stefan Evers (CDU) forderte, "schnell, konsequent und mit aller Härte des Rechtsstaats" darauf zu reagieren (queer.de berichtete). (dpa/dk)













