Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?46698

Sachsen-Anhalt

Neonazi-Störungen beim CSD Weißenfels: OB kritisiert Medien

Weißenfels sei keine "Nazi-Hochburg", kritisiert Oberbürgermeister Martin Papke die "Tagesschau". Die rechtsextremen Angriffe auf den CSD seien ein "Armutszeugnis für diese Menschen". Gleichzeitig rügt der CDU-Politiker das Verhalten von CSD-Teilnehmer*innen.


Der CDU-Politiker Martin Papke wurde am 24. April 2022 zum Oberbürgermeister der Stadt Weißenfels gewählt. Seit dem 1. August 2022 ist er im Amt (Bild: Stadt Weißenfels)

Nach den Störungen durch mutmaßliche Neonazis am Rand des Christoper Street Days in Weißenfels hat Oberbürgermeister Martin Papke (CDU) eine einseitige Berichterstattung der Medien kritisiert. Der Teilnehmerkreis der Störer stehe nicht für die Einwohner*­innen der Stadt, hieß es in einer Mitteilung der Stadt vom Freitag. Weißenfels sei von der "Tagesschau" unter anderem als "Nazi-Hochburg" betitelt worden. "Diese Darstellung weise ich entschieden zurück und fordere eine inhaltliche Berichterstattung und Aufarbeitung, die den wahren Verhältnissen entspricht", sagte der Oberbürgermeister laut der Mitteilung.

In den vergangenen Tagen seien die Geschehnisse rund um den CSD ausgewertet worden. Trotz Störungen habe es zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Teilnehmer*­innen des CSD gegeben, sagte Papke. "Trotz der durchaus schwierigen Lage ist es gelungen, der angemeldeten Versammlung des CSD den nötigen Raum zu geben." Durch die Störungen hatte sich der Start der Demo am Markt von Weißenfels um rund 45 Minuten verzögert.

- Werbung -

Hitlergruß gezeigt und "Sieg Heil!" gerufen

Beim ersten Christopher Street Day in der Stadt im Burgenlandkreis hatte es am vergangenen Samstag Störungen durch mutmaßliche Neonazis gegeben (queer.de berichtete). Dabei zeigte eine Person nach Angaben der Polizei einen Hitlergruß und brüllte "Sieg Heil!". Auch sollen Flaschen und andere Gegenstände auf Teilnehmer*innen des CSD geworfen worden sein. In der Angelegenheit werde "gegen eine Personenzahl im zweistelligen Bereich ermittelt", erklärte ein Polizeisprecher gegenüber queer.de (queer.de berichtete). Es gehe um Landfriedensbruch, die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Körperverletzung.

"Dieses aggressive, diskriminierende Verhalten ist ein Armutszeugnis für diese Menschen", kritisierte der Oberbürgermeister in seinem Statement. Dass gegen mehrere dieser Personen nun seitens des Staatsschutzes der Polizei ermittelt werde, sei "richtig und wichtig". Gleichzeitig kritisierte Papke jedoch auch CSD-Teilnehmer*innen, die einen rechten Youtuber bespuckt und getreten haben sollen: "Dies hätte vom Versammlungsleiter untersagt werden müssen. Eine Duldung dieser Erniedrigung kann nicht Ziel des CSD sein."

Neonazi-Partei "Der Dritte Weg" machte Stimmung gegen CSD

Der CSD, an dem rund 600 Menschen teilgenommen hatten, war bereits im Vorfeld durch Drohungen und Hetze durch Nazis eingeschüchtert worden. Die Neonazi-Partei "Der Dritte Weg" hatte gegen die Veranstaltung mobil gemacht. Sowohl in sozialen Medien als auch auf Flugblättern wurde mit queerfeindlichen Aussagen Stimmung gegen den CSD gemacht (queer.de berichtete).

An diesem Wochenende werden in Magdeburg rund 10.000 Menschen zum CSD in der Landeshauptstadt erwartet. Gleichzeitig gibt es in der Innenstadt auch eine Demonstration von "Reichsbürgern", zu der laut Polizei 500 Personen angemeldet sind (queer.de berichtete). (mize/dpa)

-w-

-w-

-w-