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14 Jahre nach seinem Tod

Michael Jackson: Missbrauchsklagen erneut zugelassen

Die Klagen gegen den verstorbenen Musiker Michael Jackson wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs von zwei Jungen wurden vom Berufungsgericht erneut zugelassen.


Michael Jackson bei einem Auftritt 1993 (Bild: Constru-centro / wikipedia)

  • 21. August 2023, 08:01h 3 Min.

Die Klagen zweier Männer gegen den amerikanischen Superstar Michael Jackson (1958-2009), er habe sie als Jungen über Jahre hinweg sexuell missbraucht, hätten nicht abgewiesen werden dürfen. Das urteilte jetzt ein aus zwei Richtern und einer Richterin bestehendes Gremium des kalifornischen Berufungsgerichts in Los Angeles. Damit sind die Klagen erneut zugelassen, wie unter anderem "Sky News" meldet.

Die Beschuldigungen kommen von Choreograf Wade Robson (40) sowie James Safechuck (45), der mit dem Sänger 1987 Darsteller in einem Pepsi-Werbespot mitspielte und so als Kind mit ihm in Kontakt gekommen ist. Sie haben ihre Vorwürfe ausführlich in der Dokumentation "Leaving Neverland" (2019) erläutert. Robson klagt seit 2013, Safechuck seit 2014. Michael Jackson und die Anwält*­innen des verstorbenen Künstlers beteuerten stets seine Unschuld.

Klagen gegen Unternehmen des Verstorbenen

Die Klagen können nun erneut gegen Unternehmen eingereicht werden, die dem Sänger gehörten. Ein Richter, der die Klagen im Jahr 2021 abgewiesen hatte, stellte damals fest, dass von den Unternehmen MJJ Productions Inc. und MJJ Ventures Inc., die in dem Fall als Angeklagte genannt wurden, nicht erwartet werden könne, dass sie wie die Pfadfinder*innen oder eine Kirche funktionieren, in der ein Kind in ihrer Obhut sei und geschützt werde. Die jüngste Entscheidung bedeutet nun aber, dass Robson und Safechuck behaupten können, dass die Unternehmen die Verantwortung gehabt hätten, sie zu schützen.

Jonathan Steinsapir, Anwalt des Jackson-Nachlasses, sagte der Associated Press, man sei "enttäuscht" von der Entscheidung: "Zwei angesehene Prozessrichter haben diese Fälle im letzten Jahrzehnt bei zahlreichen Gelegenheiten wiederholt abgewiesen, weil das Gesetz dies erforderte."

Weiter erklärte er: "Wir sind nach wie vor völlig davon überzeugt, dass Michael an diesen Anschuldigungen, die im Widerspruch zu allen glaubwürdigen Beweisen und unabhängigen Bestätigungen stehen und erst Jahre nach Michaels Tod erstmals von den Männern erhoben wurden und ausschließlich aus Geldgründen motiviert waren, unschuldig ist."

Vince Finaldi, ein Anwalt von Robson und Safechuck, sagte dagegen in einer E-Mail, dass sie "erfreut, aber nicht überrascht" seien, dass das Gericht die "falschen Urteile des vorherigen Richters in diesen Fällen aufgehoben habe, die gegen kalifornisches Recht verstießen und einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen hätten [...] Wir freuen uns gespannt auf einen Prozess in der Sache."

Wahrheitsgehalt der Vorwürfe

Über den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe selbst entschieden die Richter*innen nicht. Das wird Gegenstand eines bevorstehenden Geschworenenprozesses in Los Angeles sein.

Michael Jacksons Neverland Ranch in Kalifornien wurde im Dezember 2020 für 22 Millionen Dollar (20 Millionen Euro) verkauft. (spot/cw)