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Ostdeutschland

CSDs im Zeichen von Nazi-Drohungen

In Neubrandenburg und Magdeburg fanden am Wochenende CSD-Demonstrationen statt. Auf beiden Veranstaltungen war der wachsende Widerstand von Rechtsaußen Hauptthema.


Teilnehmende beim CSD Magdeburg (Bild: X / Olaf Meister)

  • 21. August 2023, 09:33h 2 Min.

An einer CSD-Demo in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) haben am Samstag nach Angaben der Polizei rund 700 Menschen teilgenommen, gleichzeitig waren nach Polizeiangaben 2.700 – nach Veranstalterangaben sogar 10.000 Menschen – beim CSD in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) dabei. In beiden Städten mussten sich die Demonstrierenden mit rechtsextremem Widerstand auseinandersetzen.

In Magdeburg kam es aus einer Kundgebung der sogenannten Reichsbürger heraus zu Pöbeleien, erklärte CSD-Sprecher Falko Jentsch laut MDR. Insgesamt 700 Rechtsextreme waren laut Polizei bei der rechten Demonstration dabei, bei der unter anderem die Wiederherstellung der deutschen Grenzen aus dem Jahr 1871 gefordert wurde. Bei dieser Demo sei auch der Hitlergruß gezeigt worden, so Jentsch. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit mehreren Hundert Einsatzkräften in der Hauptstadt von Sachsen-Anhalt unterwegs. Insgesamt sei das Sicherheitskonzept der Polizei trotz der Pöbeleien aufgegangen, so Jentsch.

/ CSDdeutschland
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In Neubrandenburg wurde insbesondere daran erinnert, dass in der Nacht zum 29. Juli einen Regenbogenflagge von einem Mast am Bahnhof gestohlen und durch eine NS-Flagge ersetzt wurde (queer.de berichtete). Das "abscheuliche Hissen einer Hakenkreuzflagge" wurde unter anderem in einer Rede von Landessozialministerin Stefanie Drese (SPD) kritisiert.

Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) sagte auf der Kundgebung, dass die Aktion ihn schockiert und wütend gemacht habe. Mit den Tätern könne es keinen demokratischen Diskurs geben, denn auch in der Zeit des Nationalsozialismus habe es keinen Diskurs gegeben. "Man hat mit Homosexuellen, mit Kommunisten oder Sozialdemokraten, mit Sinti und Roma, mit Menschen mit Behinderungen oder mit Jüdinnen und Juden nicht geredet. Man hat sie deportiert, um sie zu vernichten", so Witt, der auch Schirmherr der Veranstaltung war. Das Motto der Veranstaltung lautete #NormalIstGenauWieDu.

Eine Woche vor den CSDs in Magdeburg und Neubrandenburg war es in Ostdeutschland zu Übergriffen bei einem anderen CSD gekommen: In Weißenfels (Sachsen-Anhalt) attackierten Neo-Nazis die Pride-Teilnehmenden. Es kam unter anderem zu Flaschenwürfen, auch der Hitlergruß soll gezeigt worden sein (queer.de berichtete). Anschließend nahm die Polizei Ermittlungen gegen 20 Rechtsextreme auf (queer.de berichtete). (dpa/dk)

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