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Kalifornien
Mann erschießt Ladenbesitzerin wegen Regenbogenfahne
Ein 27-Jähriger konnte offenbar eine Regenbogenfahne vor einem Kleiderladen in der Nähe von Los Angeles nicht ertragen – und tötete die Besitzerin. Die Attacke schockiert Kalifornien.

Vor dem Laden der erschossenen 66-Jährigen legten Trauernde Blumen ab (Bild: Screenshot KABC-TV)
- 21. August 2023, 11:43h 2 Min.
Tödliche Attacke in der anderthalb Autostunden von Los Angeles entfernten kalifornischen Gemeinde Cedar Glen: Laura Ann Carleton, die 66-jährige Besitzerin eines Vintage-Kleidergeschäfts, ist am Freitag offenbar aus queerfeindlichen Motiven mit einer Pistole getötet worden. Der mutmaßliche Täter, ein 27-jähriger Mann, wurde kurze Zeit später auf der Flucht zu Fuß von Polizeikräften erschossen.
Das Sherrifsbüro des Bezirks San Bernardino wollte zunächst keine Einzelheiten des Verbrechens und über die Identität des mutmaßlichen Täters mitteilen. Es teilte aber mit, die Ermittler*innen hätten herausgefunden, "dass der Verdächtige mehrere abwertende Bemerkungen über eine Regenbogenfahne, die vor dem Laden angebracht war, gemacht hatte, bevor er Carleton erschossen hat". Der Verdächtige soll laut Medienberichten die Fahne heruntergerissen haben – als Carleton ihn konfrontierte, habe er sie mit seiner mitgeführten Handfeuerwaffe getötet.
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Die getötete Frau war nach Angaben auf ihrer Laden-Website mit einem Mann verheiratet und Mutter von neun Kindern. Sie hatte früher 15 Jahre lang für die Fashionmarke Kenneth Cole gearbeitet, bevor sie sich mit ihrem eigenen Laden selbständig machte.
Ist queerfeindliche Hass-Sprache verantwortlich für den Mord?
Der 60-jährige Hollywood-Regisseur und -Produzent Paul Feig ("Bridesmaids", "Weeds", "Minx") war mit dem Opfer befreundet und postete auf Instagram ein Bild, das ihn und Laura Ann Carleton beim Weintrinken zeigt. Laut Feig war Carleton eine "wahre Verbündete" der LGBTI-Community.
Er veröffentlichte einen flammenden Appell, mehr gegen Queerfeindlichkeit zu tun: "Diese Intoleranz muss aufhören. Jeder, der Hass-Sprache gegen die LGBTQ+-Community verwendet, muss merken, dass die eigenen Worte eine Rolle spielen. Sie können Gewalt gegen unschuldige, liebenswerte Menschen auslösen. Lasst uns alle mit Toleranz und Liebe in die Zukunft gehen."
Die 51-jährige Hollywood-Komikerin Bridget Everett ergänzte auf Instagram: "All diese Anti-LGBTQ-Rhetorik hat ihren Preis. Und jetzt sind Lauris Ehemann Bort, ihre Töchter, Freunde und die Gemeinschaft am Boden zerstört. Warum?"
Entsetzt zeigten sich auch viele kalifornische Politiker*innen: Gouverneur Gavin Newsom bezeichnete die Tat etwa im Kurznachrichtendienst X als "absolut schrecklich".
/ GavinNewsomThis is absolutely horrific.
Gavin Newsom (@GavinNewsom) August 20, 2023
A shop owner has been shot and killed by a man after he criticized the pride flag hanging outside her business.
Lauri leaves behind her husband and 9 children.
This disgusting hate has no place in CA. https://t.co/1Fk4IKnIRB
Mit dem Präsidentschaftswahlkampf hatte die queerfeindliche Rhetorik in den USA an Fahrt aufgenommen. Insbesondere die republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ron DeSantis und Mike Pence hoffen so, Stimmen aus dem rechtskonservativen evangelikalen Lager zu sammeln. Zuletzt meldete auch ein Meinungsforschungsinstitut einen dramatischen Rückgang der Akzeptanz queerer Menschen in den USA (queer.de berichtete). (dk)















