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Segensfeier trotz Verbot

Katholische Gläubige rebellieren gegen ihren homophoben Chef

Unter katholischen Gläubigen im Erzbistum Köln rumort es: Während der Erzbischof weiter an der Ausgrenzung Homosexueller festhält, wollen die Gemeinden den Vorgaben aus der Domstadt nicht mehr folgen.


Kardinal Rainer Maria Woelki hält am Homo-Segnungsverbot fest – doch seine Untergebenen rebellieren (Bild: Erzbistum Köln)
  • 21. August 2023, 13:06h 2 Min.

Trotz einer Maßregelung durch Kardinal Rainer Maria Woelki planen zwei katholische Kirchengemeinden in Nordrhein-Westfalen für den 10. September eine neue Segensfeier für gleich­geschlechtliche Paare. "Gottes Schöpfung ist bunt", sagte Gemeindereferentin Ulrike Platzhoff am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Es geht hier um Paare, die zueinander stehen und sich Treue versprechen – das sind doch Werte, und dem muss die Kirche Rechnung tragen", sagte Platzhoff. Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" über die Pläne berichtet.

Platzhoff sagte der Kölner Zeitung, es sei für sie "kein Vergnügen, gegen kirchliche Regeln verstoßen zu müssen, um Menschen mit der Frohen Botschaft zu erreichen". In diesem Fall müsse sie wie auch andere "mündige Christinnen und Christen" ihrem Gewissen folgen.

Der Pfarrer Herbert Ullmann aus Mettmann bei Düsseldorf hatte im März einen Segnungsgottesdienst für homo­sexuelle Paare abgehalten und war dafür von seinem Chef Woelki gemaßregelt worden (queer.de berichtete). Ullmann hat dieses Vorgehen kritisiert, will sich aber an das Verbot halten (queer.de berichtete).

Evangelische Kirche als Zufluchtsort für queerfreundliche Katholik*innen

Die beiden Gemeinden Sankt Lambertus in Mettmann und Sankt Maximin in Wülfrath planen deshalb jetzt ohne ihn. Stattfinden solle der neue Segnungsgottesdienst in der Evangelischen Kulturkirche in Wülrath, sagte Platzhoff. Teilnehmen würden außer ihr auch ein evangelischer Pfarrer und ein katholischer Geistlicher. Sie erwarte großen Andrang. "Wir haben unheimlich viel Zuspruch und Ermutigung erfahren."

Während sich die Synodalversammlung der katholischen Kirche in Deutschland im März für offizielle Segensfeiern für homosexuelle Paare ausgesprochen hatte, ist der Vatikan für ein striktes Segnungsverbot aufgrund der sexuellen Orientierung eines Liebespaares (queer.de berichtete). Woelki unterstützt die konservative Linie des Vatikans. Für ihn ist der Ausschluss von Homosexuellen eine "Stärkung des katholischen Ehe- und Familienverständnisses" (queer.de berichtete). (dpa/dk)

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