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Hass im Stadion

BVB-Initiative beklagt Homophobie unter eigenen Fans

Viele Fans des Vizemeisters Borussia Dortmund haben am Samstag mit Hass und Gewalt auf eine Initiative gegen Queerfeindlichkeit reagiert.


Viele BVB-Fans sind offenbar nicht gut auf queere Menschen zu sprechen (Bild: Peter F. / flickr)

  • 23. August 2023, 14:33h 2 Min.

Die BVB-Faninitiative ballspiel.vereint!, die sich gegen Diskriminierung engagiert, klagt an: Am Samstag hätten sich einige BVB-Fans bei einer Aktion gegen Queer­feindlichkeit beim Bundesligaspiel von Vizemeister Borussia Dortmund gegen den 1. FC Köln extrem LGBTI-feindlich verhalten. Auch die Clubführung tue nicht genug. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Gastbeitrag auf dem BVB-Fanportal schwatzgelb hervor.

Der Hintergrund: Am Samstag hatte die Faninitiative im Signal Iduna Park ein Banner mit den Worten "Gemeinsam gegen Homophobie" aufgehängt (queer.de berichtete). Anlass war der Transfer des queer­feindlichen Profis Felix Nmecha, der erstmals in einem Bundesligaspiel im BVB-Trikot auflief.

"Menschenfeindliches Gedankengut" im Stadion

"Da sich im Zuge der ganzen Debatte über Queerfeindlichkeit Betroffene völlig im Stich gelassen fühlen (auch vom BVB), möchten wir einerseits unsere Solidarität bekunden und uns andererseits auch beim Verein Gehör verschaffen", heißt es in dem Beitrag. "Die Angelegenheit wird und wurde vernachlässigt, und sie ist längst nicht abgeschlossen. Wenn in einem sozialen Gefüge wie Borussia Dortmund auch nur eine Minderheit menschenfeindliches Gedankengut in unser Stadion trägt, ist vom einfachen Fan bis zur Geschäftsführung jede*r einzelne gefragt, dieses Gedankengut zurückzudrängen."

/ schwatzgelbde
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Das Anti-Homophobie-Banner sei "durch einige Personen teilweise heruntergerissen und beschädigt" worden, beklagte ballspiel.vereint!. Zur zweiten Halbzeit habe man mit einigen "solidarischen Gruppen sowie Betroffenen selbst" weiter auf die Missstände aufmerksam machen wollen. "Was sich dabei dann abspielte, ist noch immer kaum in Worte zu fassen: Der Hass bei einigen sitzt offensichtlich so tief, dass diese sich dazu berufen fühlten, Banner zu zerstören und sogar handgreiflich zu werden", heißt es in dem Beitrag. "Auch wenn homo-, trans*- und queerfeindliche Kommentare und Gesänge traurigerweise fast schon an der Tagesordnung sind, ist das aktive Eingreifen in unsere Aktionen eine krasse Eskalation. Uns liegen Berichte vor, dass Menschen, die sich solidarisch mit der Aktion zeigen wollten, massiv angegangen wurden. Verbal und körperlich."

Der BVB hatte Anfang Juli Felix Nmecha trotz heftiger Kritik verpflichtet (queer.de berichtete). Der 22-Jährige, der aus einer evangelikalen Familie stammt und immer wieder entsprechende Botschaften in sozialen Netzwerken postet, hatte im Februar für Aufregung gesorgt, als er ein transfeindliches Video eines amerikanischen Rechtsextremisten teilte (queer.de berichtete). Später bedauerte er das Posting teilweise (queer.de berichtete). Trotz der "Entschuldigung" teilte Nmecha Anfang Juni zum Start des Pride-Monats einen weiteren queerfeindlichen Eintrag eines christlich-fundamentalistischen Instagram-Kontos. Darin wurde der CSD mit dem Teufel gleichgesetzt (queer.de berichtete). (dk)

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