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Brandenburg an der Havel
CSD bittet nach Nazi-Drohungen um Anreisen aus Solidarität
In Brandenburg an der Havel soll zum zweiten Mal ein CSD stattfinden. Weil Nazis den queeren Veranstalter*innen drohten, wünschen die sich Solidarität und mehr Teilnehmer*innen von außen.

Wie hier der "Dritte Weg" 2021 im nordrhein-westfälischen Olpe wollen Nazis auch beim CSD in Brandenburg (Havel) stören (Bild: Screenshot / Youtube)
- 24. August 2023, 08:48h 2 Min.
Immer wieder gab es in diesem Jahr Anfeindungen von CSDs durch Rechte und Neonazis. Ein Schwerpunkt dabei: Städte in Ostdeutschland. Auch der CSD in Brandenburg an der Havel sieht sich derzeit mit Drohungen von Rechten konfrontiert, die die Demonstration stören könnten.
Schon im vergangenen Jahr hatte es solche Anfeindungen gegeben. Jetzt rufen die Organisator*innen LGBTI aus der Umgebung zu Solidaritätsbesuchen in der 73.000-Einwohner*innen-Stadt am westlichen Rand von Brandenburg auf.
Bitte um Solidarität
Wütend und traurig sei man, heißt es in einem Instagram-Posting der vorwiegend feministischen CSD-Organisator*innen der "BranneBande", aber wenig überrascht über die Drohungen von rechten Gruppierungen. Man bitte um Solidarität: "Wir sind darauf angewiesen, dass viele Menschen zur Demo kommen, damit wir bestärkt unsere Pride begehen und uns dabei sicher fühlen können!"
Den CSD-Organisator*innen von – Berlinerisch – j.w.d. ("janz weit draußen") helfen könne man, indem man am 2. September "mit uns in Brandenburg auf die Straße geht und all eure Friends einladet mitzukommen".
Durch die Drohungen werde "wieder einmal deutlich, wieso wir diese Veranstaltungen brauchen". Denn: "genau solche Anfeindungen sollen dazu führen, dass Menschen, die zur LGBTQIA+ Gemeinschaft gehören, sich nicht sicher fühlen. Aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen und werden erst Recht laut und bunt auf die Straße gehen und allen zeigen, dass es uns gibt und dass das auch gut so ist!!!"
Sollten Gruppen beschließen, wegen des Solidaritätsaufrufs eine Reise nach Brandenburg an der Havel zu planen, sollen sie sich bei den Organisator*innen melden – etwa via Instagram.
Instagram / brannebande_ | Der Aufruf auf Instagram
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Organisiert wird der CSD von zwei Gruppen, der feministischen "Branne Bande" sowie von "Havel der Vielfalt". Losgehen soll es am Samstag, dem 2. September, um 14 Uhr am Hauptbahnhof. Von dort läuft der CSD unter dem Motto "Zusammen für ein solidarisches Brandenburg" über den Neustädtischen Markt zum Nicolaiplatz.
Blicke, diskriminierende Sprüche und Gewaltandrohungen gehörten "noch immer zur Realität vieler queerer Menschen", heißt es in der Einladung zur Pride. Dies gehe "leider nicht nur queeren Menschen" so, "sondern auch Menschen, welche von Sexismus, Rassismus oder anderen Diskrimierungsformen betroffen sind". (jk)















