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Debatte um SBGG

Alice Schwarzer macht wieder Stimmung gegen trans Menschen

Wenn trans Frauen selbstbestimmt leben können, verführt dies Jugendliche dazu, ebenfalls trans zu werden – das ist die These von Alice Schwarzer, die sie derzeit gebetsmühlenartig wiederholt.


Alice Schwarzer verbreitete ihre kruden Thesen auch im Fernsehen, etwa in der Talkshow "Maischberger" (Bild: Screenshot / Das Erste)

  • 24. August 2023, 13:59h 2 Min.

Die Feministin Alice Schwarzer hat den Entwurf der Ampelregierung für das Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) scharf kritisiert. "Es ist schwer zu verstehen, dass das Kabinett einen so lebensfernen, nicht zu Ende gedachten Gesetzesentwurf verabschiedet", sagte Schwarzer den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Donnerstag. Sie warnte vor angeblichen Risiken durch die geplante Neuregelung.

In der vorliegenden Form gefährde das neue Gesetz Kinder und Jugendliche, denen die Änderung des Geschlechtseintrags verlockend leicht gemacht werde, warnte Schwarzer. Zudem sei der am Mittwoch im Bundeskabinett beschlossene Gesetzesentwurf auch eine Gefahr für Frauen, "in deren Schutzräume biologische Männer, die sich einfach 'als Frauen definieren' eindringen könnten".

Auch im "Spiegel" (Bezahlartikel) machte die 80-Jährige Stimmung gegen das Gesetz. Auch dort verbreitete sie die – wissenschaftlich nicht nachgewiesene These – dass Akzeptanz von Trans-Identität Menschen trans mache: "Trans zu sein, ist Mode – und gleichzeitig die größte Provokation. Das macht es für Jugendliche so attraktiv", so Schwarzer.

Wiederholung homosexuellenfeindlicher Argumentation

Eine ähnliche Theorie wurde insbesondere von Konservativen im letzten Jahrhundert auch über Homosexuelle verbreitet. Diese würden angeblich Jugendliche "verführen". Daher müsse verhindert werden, dass sie öffentlich sichtbar sind. Inzwischen ist dieses Vorurteil in den Hintergrund getreten, wird aber auch von vielen Feministinnen 1:1 auf trans Menschen übertragen.

Das neue Selbstbestimmungsgesetz soll es trans-, intergeschlechtlichen und nichtbinären Menschen leichter machen, ihren Vornamen oder Geschlechtseintrag ändern zu lassen. Die Regelung soll das seit 1981 geltende Transsexuellengesetz ablösen. Bisher müssen Betroffene für eine Änderung des Geschlechtseintrags zwei psychologische Gutachten einreichen.

Intensive Debatten gab es im Vorfeld der Verabschiedung zur Frage des Hausrechts und zum Zugang zu geschützten Räumlichkeiten – etwa Frauen-Saunen, Umkleidekabinen oder Frauenhäusern. Die Ampel schränkte daraufhin das Gesetz ein, was zu scharfer Kritik von LGBTI-Aktivist*innen führte (queer.de berichtete). (AFP/dk)

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