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Entscheidung des Außenministeriums
Kolumbien nun auch mit Reisepässen für Nichtbinäre
Seit vergangenem Jahr können nichtbinäre Kolumbianer*innen wie andere trans Personen ihre Papiere anpassen lassen. Nun müssen sie sich auch auf internationalen Reisen nicht als "Mann" oder "Frau" ausweisen.
- 25. August 2023, 09:00h 2 Min.
Vergleichbar zu anderen Staaten führt nun auch Kolumbien erstmals Reisepässe für nichtbinäre Kolumbianer*innen ein. Künftig sollen die Behörden Pässe ausgeben, an denen an der Stelle von "F" oder "M" ein "X" aufgeführt sein kann. Das gab das Außenministerium am Donnerstag bekannt.
"Das Außenministerium erkennt die Diversität der Geschlechter an" hatte Andrea Garzon den Schritt erklärt, im Ministerium für die Abteilung zuständig, die mit dem Passwesen zu tun hat.
Enbie-Geschlechtseinträge seit 2022 legalisiert
Laut Medienberichten hatte ein Gericht in dem südamerikanischen Land im März vergangenen Jahres geurteilt, dass Kolumbianer*innen die Möglichkeit haben müssen, ihr Geschlecht als nichtbinär zu registrieren und entsprechende Ausweise ausgestellt zu bekommen. Im Jahr 2022 hätten so 26 Bürger*innen entsprechende Änderungen ihrer Unterlagen beantragt.
Auf der Webseite der Datenbank zur internationalen LGBTI-Rechtslage der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association ist die Rede davon, dass bisher nur einzelne Personen im Jahr 2021 entsprechende Ausweise von lokalen Behörden erhalten hatten – nach unregelmäßigem Verfahren.
Seit 2015 gibt es zudem für transgeschlechtliche Menschen ein Selbstbestimmungsgesetz – allerdings gilt nach einer Änderung der Einträge eine zehnjährige Sperre zur Abschreckung von "übereilten" oder im Nachhinein bereuten Transitionsschritten. Und: Man darf seine Einträge insgesamt nur zwei Mal im Leben ändern lassen. Der zweite und somit entgültige Änderungsschritt könnte zukünftig also nicht zurück zum bei der Geburt eingetragenen Geschlecht erfolgen, sondern zu "nichtbinär".
Auf Postings in sozialen Netzwerken gab das Außenministerium anlässlich der neuen Ausweise bekannt: "Das Außenministerium hat die Kategorie 'X' im Reisepass eingefügt und erkennt damit sexuelle und geschlechtliche Diversität an". Und: "Von nun an können Sie dieses Recht ausüben. Das ist soziale Gerechtigkeit!", ergänzt mit einem Hashtag, das den Schritt als Teil feministischer Außenpolitik verortet.
/ CancilleriaCol | Das kolumbianische Außenministerium auf "X" über den Geschlechtseintrag "X"#Noticia | La Cancillería incluyó la categoría X en el pasaporte, reconociendo la diversidad sexual y de género.
Cancillería Colombia (@CancilleriaCol) August 24, 2023
Desde ya puedes ejercer este derecho. ¡Esto es justicia social! #PolíticaExteriorFeminista pic.twitter.com/4NT7G7ElAa
2016 führte Kolumbien ebenfalls nach einem Gerichtsurteil die Ehe für Alle ein (queer.de berichtete). 2019 ging das Bürgermeister*innen-Amt der Hauptstadt Bogota an die lesbische Mitte-Links-Politikerin Claudia López, die dann auch noch kurz vor Amtsantritt eine Senatorin des Landes ehelichte. (jk)
















