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Hamburg
Queerfeindliche Sprecherin der Volksinitiative gegen das Gendern legt Amt nieder
Mit unbarmherzigen Attacken gegen queere Menschen sorgte Sabine Mertens für Aufregung. Jetzt zieht sich zurück – und stilisiert sich zum Opfer von persönlichen Angriffen.

Sabine Mertens teilt gerne in den Medien gegen queere Menschen aus, sieht sich jetzt aber als Opfer (Bild: Screenshot / Sat.1 Regional)
- 25. August 2023, 11:53h 2 Min.
Die Sprecherin der Volksinitiative "Schluss mit Gendersprache in Verwaltung und Bildung", Sabine Mertens, hat ihr Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Nach teils harten persönlichen Angriffen von außerhalb der Initiative ziehe sie sich aus gesundheitlichen Gründen zurück, erklärte sie am Freitag in einer Mitteilung. "Sprache ist und bleibt eine Herzensangelegenheit für mich." Doch die Angriffe hätten enorme Auswirkungen auf ihre Gesundheit. "Ein zu hoher Preis für mich persönlich. Für die nächsten Etappen – Volksbegehren und schließlich Volksentscheid – braucht es frische Energie, deshalb gebe ich den Staffelstab weiter."
Mertens war in der Vergangenheit nicht grundlos kritisiert worden: Sie hatte mehrfach gegen queere Menschen Stimmung gemacht. 2021 verbreitete sie etwa die Verschwörungstheorie, dass die Queertheorie "strategisch auf weltweiten Umsturz fokussiert" sei (queer.de berichtete). Für Aufsehen sorgte insbesondere ein Interview Anfang Februar mit dem "Hamburger Abendblatt", in dem sie geschlechtergerechte Sprache als "PR-Maßnahmen der LGBTQ-Bewegung" bezeichnete und die Ansicht vertrat, "dass sich normalerweise Männer und Frauen zum anderen Geschlecht hingezogen fühlen". Außerdem erklärte sie queere Personen pauschal zur Gefahr für die menschliche Evolution. Wörtlich sagte sie: "Wenn wir jetzt alle schwul, lesbisch und trans werden sollen, dann ist die Evolution zu Ende" (queer.de berichtete). Nach scharfer Kritik von SPD, Grünen, Linken und sogar der CDU entschuldigte sie sich dafür – allerdings erst ein halbes Jahr nach der verbalen Attacke (queer.de berichtete).
Mitte August hatte der Senat mitgeteilt, dass die Volksinitiative gegen geschlechtergerechte Sprache mit mindestens 10.000 gültigen Unterschriften zustande gekommen ist (queer.de berichtete). Damit kann die Bürgerschaft laut Volksgesetzgebung nun einen von der Initiative vorgelegten Gesetzentwurf beschließen. Tut sie es nicht – was erwartet wird – wäre als nächster Schritt der Weg für ein Volksbegehren frei. Die Initiative hat bereits angekündigt, diesen Weg gehen zu wollen und dann im Juli kommenden Jahres innerhalb von drei Wochen 66.000 Unterschriften zu sammeln. (dpa/dk)















