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Katholische Kirche

Papst will Homosexualität nicht "mit dem Vergrößerungsglas" betrachten

Papst Franziskus kritisiert die reaktionäre Haltung der katholischen Kirche in den USA. Gleichzeitig beklagt er sich, dass zu viel über "sogenannte fleischliche Sünden", also Homosexualität, gesprochen wird.


Papst Franziskus sendet widersprüchliche Signale an queere Menschen (Bild: ashwinv11 / unsplash)
  • 29. August 2023, 10:19h 2 Min.

Papst Franziskus hat die besonders queerfeindliche katholische Kirche der USA attackiert, gleichzeitig missfällt dem Pontifex aber auch, dass zu viel über Homosexualität geredet werde. Das geht aus einem Gespräch des Papstes während seines Portugalbesuchs am 5. August hervor, das am Montag im Magazin "La Civiltà Cattolica" veröffentlicht worden ist.

"Es gibt in den USA eine sehr starke und organisierte reaktionäre Haltung", so der 86-Jährige wörtlich. "Diese Menschen will ich daran erinnern, dass eine rückwärtsgewandte Haltung nutzlos ist." Statt "die wahre Lehre" zu verbreiten, lebten manche "von Ideologien". "Aber wenn du im Leben die Lehre aufgibst und sie durch eine Ideologie ersetzt, hast du verloren", erklärte der Papst weiter.

Der Papst erklärte auch, dass es ein Irrtum sei, "die Lehre der Kirche für einen Monolithen zu halten". Früher hätten Päpste etwa die Todesstrafe oder die Sklaverei gebilligt, heute sei das anders. Auch bei der Anerkennung Schwuler und Lesben gebe es eine Veränderung: "Es ist offensichtlich, dass sich die Wahrnehmung beim Thema Homosexualität im Laufe der Geschichte verändert hat", so der Papst. Allerdings würde er wohl lieber weniger darüber reden, deutete Franziskus an: "Was mir generell überhaupt nicht gefällt, ist, wenn man die sogenannten fleischlichen Sünden mit dem Vergrößerungsglas betrachtet, wie man das lange Zeit gemacht hat."

"Alle sind eingeladen"

Ferner erzählte der Papst auch von seinen ersten Begegnungen mit trans Menschen: "Mir ist klar geworden, dass sie sich zurückgewiesen fühlen. Und das ist wirklich hart." Er betonte, dass seit letzter Zeit mehr trans Personen an Generalaudienzen teilnähmen. Weiter behauptete er: "Alle sind eingeladen."

Der Papst gibt seit Jahren widersprüchliche Signale um die Anerkennung queerer Menschen. So verbietet die Kirchenführung der deutschen Kirche gleichgeschlechtliche Paare zu segnen, obgleich der Vatikan kein Problem mit der Segnung von Tieren oder sogar Autos hat (queer.de berichtete). Gleichzeitig fordert der Papst in Interviews immer wieder, Homosexuelle nicht auszugrenzen (queer.de berichtete).

Die amerikanische Kirche zählt zu den konservativsten in der westlichen Welt und macht auch immer wieder verbal gegen queere Menschen Stimmung. So attackieren führende Bischöfe immer wieder Politiker der Demokraten, die sich für LGBTI-Rechte einsetzen (queer.de berichtete). Zudem diskriminieren katholische Krankenhäuser offen trans Menschen, die auf ärztliche Hilfe angewiesen sind (queer.de berichtete). (dk)

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