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Interview

"Transphober Hass ist keine feministische Position"

Mit ihrem Film "Feminism WTF" will Katharina Mückstein queerfeministische Positionen in die Mitte der Gesellschaft bringen. Wir sprachen mit der Wiener Regisseurin über feministische Debattenkultur, Intersektionalität und queere Zukunftsvisionen.


Katharina Mückstein hat sich mit ihren Spielfilmen "Talea" (2013) und "L'Animale" (2018) einen Namen gemacht (Bild: Elsa Okazaki)

Mit ihrem ersten Dokumentarfilm liefert Katharina Mückstein einen poppigen Einstieg in den akademischen Feminismus. In Österreich avancierte "Feminism WTF" zum echten Publikumsliebling, ab 7. September startet er dann in den deutschen Kinos. Wir sprechen mit der Wiener Regisseurin über feministische Debattenkultur, Intersektionalität und queere Zukunftsvisionen.

Dein erster Dokumentationsfilm trägt den Titel "Feminism WTF": Impliziert der Kraftausdruck nicht eine Abwertung gegenüber feministischen Diskursen?

Der Film ist entstanden, weil Co-Autorin Ina Freudenschuss und ich ziemlich angepisst waren. Immer wenn feministische Themen im Mainstream aufgegriffen werden, fehlt die Expertise. Feminismus wird zu einem Stammtisch-Diskurs degradiert – es reicht, eine Meinung und ein Geschlecht zu haben. Dieses "What the fuck" kannst du von beiden Seiten denken: Ein genervtes "Was, schon wieder Feminismus?" oder eben "Feminismus WTF, wann ändert sich endlich was?" Aus letzterem Gefühl ist dieser Film entstanden, an dem ich seit 2015 gearbeitet habe.

Feminismus ist eine, wenn nicht sogar die einflussreichste soziale Bewegung der letzten Jahrhunderte. Worin liegt die Ursache, dass er mittlerweile so verpönt ist?

Der Antifeminismus ist genauso weit verbreitet wie Feminismus. Schon die ersten Frauen*, die für ihre Rechte einstehen wollten, wurden diskreditiert und als verrückt bezeichnet. Diese Gegenreaktion zieht sich durch bis heute. Es ist ein Machtkampf, bei dem intersektional eingefordert wird, dass Frauen* und marginalisierte Gruppen endlich Mitsprache und Menschenrechte bekommen. Das wird auf immer neue Arten abgewehrt.

Woher stammt dieser antifeministische Diskurs oder gar eine fehlende feministische Schlagkraft?

Ich finde nicht, dass es dem Feminismus heutzutage an Schlagkraft mangelt. Gerade im intersektionalen Feminismus bündeln wir unsere Kräfte: Wie können sich Frauen*, queere und trans Menschen und Gruppen, die patriarchale Unterdrückung erfahren, zusammentun? Wie können wir die Kämpfe ernst nehmen und voneinander lernen? Die Gegenbewegung beschreibt eine Jahrhunderte alte, insbesondere europäische Kulturgeschichte und kämpft gegen Machtverlust.

In deinem Film nimmst du die Zuschauer*innen durch die historische Eingliederung von feministischer Entstehungsgeschichte an die Hand. An wen richtest du dich mit "Feminism WTF"?

Es ist ganz klar ein Film über akademischen Feminismus: Wir als Feminist*innen machen Generation für Generation die Erfahrung, wie schwer es ist, an feministisches Wissen heranzukommen. Dieses Wissen wird immer wieder aus der Mitte der Gesellschaft verdrängt. Einerseits wollte ich der Auslöschung aus Geschichte und kollektivem Bewusstsein entgegenwirken – und andererseits einen Film machen, den man sich wie das kleine Einmaleins im intersektionalen Feminismus anschauen kann.

Die Frage nach der Zielgruppe war die am stärksten mit Skepsis aufgeladene Debatte im ganzen Entstehungsprozess. Wir mussten "Feminism WTF" durch viele Stufen der Filmförderung durchkriegen und auf dem Filmmarkt positionieren. Da waren wir oft mit dem Vorurteil konfrontiert, Feminismus sei ein Nischenthema und würde nur eine ohnehin schon feministische Blase erreichen.

Ich hätte als Teenager genau so einen Film gebraucht, um meine verschiedensten Ideen von sozialer Gerechtigkeit in komplexen Zusammenhängen darzustellen. Um zu verstehen, wie Rassismus und Kapitalismus und Patriarchat voneinander profitieren und ohneeinander nicht existieren können. Bei jedem meiner Filme gehe ich davon aus: Wenn bei mir so ein Bedürfnis besteht, dann haben wahrscheinlich viele andere auch dieses Bedürfnis. Ich bin ja keine Insel, ich bin Teil dieser Gesellschaft. In der Debatte, in der jede*r schon eine Meinung zu haben scheint, wollte ich, dass viele Leute mal den Mund halten und Feministinnen beim Reden zuhören. Das leistet der Film.

Du möchtest mit deinem Film akademischen Feminismus in die Mitte der Gesellschaft zurückholen. Ist denn das Kino das passende Medium dafür?

Das ist ein ganz großes Problem, das wir mit dem Kino haben. Das Kino war einst in der Mitte der Gesellschaft, und wurde durch das Streaming verdrängt. Abseits des großen Unterhaltungskinos ist die Frage "Wer geht noch ins Kino?" zu einer Klassenfrage geworden. Andererseits ist das Kino der letzte Ort für Filme, die durch Filmförderung unterstützt werden und sich in die Breite tragen lassen. Breite entsteht, wenn Leute lernen und das weitertragen – wie das aktuell bei "Feminism WTF" in Österreich geschieht. Hoffentlich wird er später durch Streaming aufgewertet und bleibt auch für die Zukunft erhalten.


Szene aus "Feminism WTF" (Bild: mindjazz pictures)

Versucht der Film, Männer* für den gemeinsamen Kampf gegen das Patriarchat zu überzeugen?

Ich habe dieses Ziel in der Arbeit am Film nie formuliert. Ganz einfach, weil meine Priorität ist, Frauen*, Queers und trans Personen sowie Personen of Color zu stärken. Auf der Leinwand auch etwas zu repräsentieren, wo man sich selbst sehen kann. Es ist ein Film, den ich an meine eigene Community zurückgebe. Ständig werde ich auf Tour gefragt: "Wie können wir Männer* überzeugen, sich für Feminismus zu engagieren?" Ich habe darauf nur die Antwort: Männer* sollen einfach das Richtige tun. Es ist skandalös, wenn wir jedes Mal in Diskurse abrutschen, welche Goodies wir Männern* geben müssten, sodass sie sehen, dass sie auch was vom Feminismus hätten. Stell dir vor, ich würde als weiße Person fragen: "Was habe ich davon, wenn ich mich gegen Rassismus engagiere?" Ich habe nichts davon natürlich, außer dass ich Menschen unterstütze, endlich zu ihrem Recht zu kommen. Wenn Männer* nicht gewillt sind, das zu machen, muss ich ihnen nicht etwas anbieten oder Deals mit ihnen machen: Das ist ihre Verantwortung.

Einige feministische Diskurse verfallen in ein sehr binäres Denken. Das ergibt Sinn, wenn wir Mann und Frau als soziale Kategorien analysieren. Welche trans Perspektive bringst du in "Feminism WTF" ein?

Im Vorhinein habe ich ein Narrativ geschrieben, das sich von einem Argument zum nächsten hangelt. Im Überlegen darüber, in was für Kapitel der Film aufgebaut sein könnte, ist mir etwas bewusst geworden: In dieser Gesellschaft ist der Glaube verfestigt, dass die Biologie darüber entscheidet, wer wir sind. Mir war es wichtig, das Widerlegen der biologischen Binarität nicht an trans Personen festzumachen, sondern endlich Aufklärungsarbeit zu leisten. In meinem Film spricht Sigrid Schmitz aus der Position einer Biologin, die das Verhältnis von Hormonen, Genen und Chromosomen als Spektrum erklärt – die Binarität gibt es so einfach nicht. Erst auf dieser Grundlage können wir anfangen, darüber zu sprechen: Wie queer sind wir alle? Alle Beteiligten waren sich über dieses Selbstverständnis und das resultierende Angebot des Films einig: "Hier, das ist der Stand der Dinge. Du kannst hier sitzen, zuhören und schlauer aus dem Kino rausgehen." Ich habe vor allem von Kinozuschauer*innen über 50 rückgemeldet bekommen, das alles nicht gewusst zu haben und froh zu sein, es erklärt bekommen zu haben. "Feminism WTF" ist mein Versuch der generationsübergreifenden Arbeit.

Nehmen wir mal die erfolgreiche Auflösung der Geschlechterbinarität an: Was ist deine queere Zukunftsvision?

Ich glaube an die politische Komponente. Mit der Auflösung von Geschlechterbinarität beeinflussen wir natürlich die Frage von Arbeitsteilung. Wir müssten neu bewerten, wie wir die Menge an Care-Arbeit gerechter verteilen. Meine Utopie ist letztlich die Veränderung der Ausbeutung von bestimmten Gruppen und die Anerkennung von Fürsorge als hohes gesellschaftliches Gut. Die Frage, wie wir der Klimakrise begegnen, ist stark von Geschlecht abhängig. Solange wir unsere Staaten von mehrheitlich weißen cis Männern und ihren Ideen der Welt regieren lassen, können wir sehen, wo uns das hingebracht hat. Wir brauchen dringend queerfeministische Politik, um auf die großen Krisen unserer Zeit zu antworten.

Wie hast du die Auswahl für die Expert*innen getroffen, welche Perspektiven in "Feminism WTF" ein Sprachrohr erhalten?

Die Spielfilmlänge von 90 Minuten ist sehr limitierend, sodass ich natürlich eine Prioritätenliste von Teilbereichen des akademischen Feminismus angefertigt habe. Die Arbeit einiger Leute habe ich bereits im Vorfeld mitverfolgt und hatte Fangirl-Momente, sie für den Film anzufragen. Bei meinen Vorgesprächen ging es in erster Linie über unsere intersektionale Überzeugung, aber auch um ihr Sprachniveau. Ich habe gefragt: "Wenn du zu einem Abendessen gehst und Leuten ohne Vorbildung begreiflich machen sollst, was dein Forschungsinteresse ist: Wie erklärst du das?" Ich habe Leute gebraucht, die das Talent haben, ihren akademischen Kosmos zu übersetzen und eine Sprache zu verwenden, die nur so anspruchsvoll wie nötig, aber so simpel wie möglich ist. Was für mich total klar war, dass ich keineswegs einer Perspektive Platz geben möchte, die transphoben Hass verbreitet. Es ist für mich keine feministische Position.

In Retrospektive sehe ich, dass ich gerne Disability thematisiert hätte. Da sehe ich, dass mein Prioritätenkosmos eben nicht vollständig ist. Das ist etwas, das ich über den Anspruch von Intersektionalität gelernt habe: Etwas wie Vollständigkeit gibt es nicht.

Da intersektionale Analysen in Retrospektive schärfer werden können, ist ein gegebener Raum für Selbstreflexion und -kritik unerlässlich.

Im Spielfilm, aus dem ich komme, wirken noch immer große Hierarchien: Ich als Regisseurin kann im Grunde alles alleine bestimmen. "Feminism WTF" hat mir gezeigt, was es alles braucht, um die bestmögliche Augenhöhe mit Leuten vor der Kamera herzustellen. Die Machtverhältnisse sind umgedreht – die Frage, wer an meinem Film teilnimmt, hängt eben davon ab, ob ich einen Raum schaffe, der gut für jede*n ist. Das war für mich ein sehr wohltuender Perspektivenwechsel.
Bevor ich den Film gemacht habe, hätte ich immer auf dem Papier unterschrieben, ich sei intersektionale Feministin. Nach sieben Jahren Arbeit an dem Film habe ich festgestellt: Das ist in der Theorie gar nichts wert. Intersektionale Praxis hängt von meiner Bereitschaft ab, meine Beziehungen im echten Leben so zu gestalten, dass ich nicht nur von Leuten umgeben bin, die so sind wie ich und andere Kämpfe führen. Dass ich lerne zuzuhören und zu de-zentrieren, und gerade wenn ich korrigiert werde, immer wieder zu hinterfragen: Was ist meine Perspektive eigentlich wert? Aus welcher privilegierten, ignoranten Sicht geschieht das?


Expertin aus "Feminism WTF" (Bild: mindjazz pictures)

Das ist der Knackpunkt, an dem sich zeigt, ob der Film in der Praxis funktionieren kann. Das Kino als Medium funktioniert durch die Konfrontation der Zuschauer*innen mit Ideen. Wie bereit ist jede*r selbst, queerfeministische Theorie in der zwischenmenschlichen Praxis anzuwenden?

Ich bin in queerfeministischen Zusammenhängen aufgewachsen und war in der Punk-Szene aktiv. Daher kenne ich das Konzept von Call-outs: der gezielten Konfrontation, wenn man eine Position vertritt, die für andere Leute verletzend oder provokant ist. Es ist schon eine typisch europäische Kultur, bei der es um das unbedingte Recht-Haben geht. Wie kann ich in einem Streitgespräch mit einer Person, die eine andere Position vertritt, gewinnen?

Das hat sich für mich grundlegend verändert. Wenn ich kritisiert werde, mag mir das im ersten Moment unangenehm sein. Gleichzeitig bin ich auch berührt, dass sich jemand traut, mich zu kritisieren. Ich entwickelte eine große Verbundenheit mit allen Leuten, die den Mut haben, für sich selbst einzustehen – und den emanzipatorischen Moment, in dem es nicht um mich geht.

Du kommst ja eher aus dem Spielfilmbereich: Wie ging es dir mit deiner ersten Dokumentation?

Von Anfang an war klar, dass der Film auf jeden Fall "eye candy" sein muss – auch um diesem antifeministischen Narrativ entgegenzuwirken, Feminismus sei spröde, grau und hässlich. Das Lustbetonte sollte im Vordergrund stehen. Auf der Suche nach der Form für den Film hatte ich immer schon das Bild von Feminist*innen, die sprechen. Dass es durchaus ein richtiger "talking heads"-Film sein soll, was im Dokumentarfilm eher verpönt ist. Für mich ist wichtig, dass endlich das Zuhören stattfindet. An der Sprache der Personen erkennt man viel ihrer Persönlichkeit. Jede dieser Expert*innen ist durch eine persönliche Geschichte oder Betroffenheit zu ihrem wissenschaftlichen Interesse gekommen. Deshalb war es mir wichtig, dass sich jede*r gut und schön in diesem Film fühlen kann.

Zudem gibt es die Ebene von Musik, Performance und szenischen Momenten: Feminismus ist nicht nur akademische Auseinandersetzung, sondern auch Kunst und Aktivismus. In diesen Musikvideo-artigen Momenten geht es mir um Körperpolitik. Hier werden die Denkräume, die soeben in der Theorie eröffnet wurden, körperlich. Mit den performance-artigen Experimenten wollte ich komplexe Zusammenhänge intensiv veranschaulichen.

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Dein Film besteht aus farblich akribisch aufeinander abgestimmten Montagen und einem leeren Industriegebäude im Hintergrund. Meine erste Assoziation ist ein laborähnliches Setting: Wieso dieser Gedankenpalast – und nicht vielmehr gezielte Versuche, feministische Diskurse exemplarisch in den Alltag zu ziehen?

Du sagst Labor, ich sage eher Spielplatz. Indem ich "Feminism WTF" in einem Haus drehe, wollte ich Community hereinholen. Community ist für mich wie ein Haus – also der Raum, in dem wir verhandeln. Es gibt große und kleine Zimmer, es gibt Leute, die weiter oben und weiter unten sind, und wiederum welche, die die Treppe hochzusteigen versuchen und es nicht schaffen. Es ist kein perfekter Raum, aber einer, den wir uns teilen und mit dem wir arbeiten.

Die Frage, wo der Film stattfinden kann, war für mich herausfordernd. Jeder konkrete Ort, den man mit einem klar definierten Ort in der Gesellschaft – Schule, Uni, Kindergarten, Arbeit, Land etc. – verbinden kann, hätte es kleiner und zu konkret gemacht. So bin ich zu der Idee gekommen, "Feminism WTF" in leerstehender kapitalistischer Produktionsarchitektur zu drehen. Kapitalismus als übergeordnetes Machtsystem ist genau der Raum, in dem der Diskurs stattfindet. Und wenn der Diskurs nicht kapitalismus-kritisch ist, ist er ziemlich wertlos.

Am Anfang habe ich immer nach Möglichkeiten gesucht, den Film ans konkrete Leben anzubinden. Das Interessante an den Ideen, die aufgemacht werden, ist ja: Wenn du einmal verstanden hast, wie wir über Macht nachdenken, kannst du es überall hin umlegen und wieder erkennen. Wenn du den Raum unkonkret machst, dann bist du als Zuschauer*in gefordert, das hier Erzählte auf das umzulegen, was du kennst.

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Dein Film entwirft teils ein sehr pessimistisches Bild in der Einschätzung, wie schnell sich etwas an patriarchalen Unterdrückungsmechanismen faktisch verändern wird. Hast du dennoch einen positiven Ausblick für dich?

Dass der Film so ein Realismus-betontes Ende hat, ist den Antworten der Expert*innen geschuldet. Das waren ihre Antworten auf meine Frage: "Wo werden wir im Feminismus in 100 Jahren sein?" Was mich aber hoffnungsvoll stimmt, ist, dass wir dabei sind, die Hingabe zu Ambivalenz zu entdecken: Es kann verschiedene Wahrheiten zur gleichen Zeit geben. Wir fangen an, multiperspektivische Narrative für unsere Geschichte zu schreiben, an denen sich mehr Menschen beteiligen. Fortschritte in dem Kampf um Geschichtsschreibung werden uns schnell wieder weggenommen. Wir brauchen Realismus, um uns nicht weichklopfen zu lassen von regenbogenkapitalistischen Ideen.

Welche Hoffnung hast du für die Entwicklung der österreichischen Filmindustrie in Bezug auf (queer-)feministische und trans Stimmen?

Die Filmindustrie empfinde ich nach wie vor als konservativ und gewinnorientiert. Man muss die Ambivalenz aushalten, dass ein Film wie "Barbie" feministische Ideen in den Mainstream bringt, aber aus kapitalismuskritischer Perspektive nicht funktioniert. Ist es mir lieber, dass sich viele Leute einen Film wie "Barbie" als einen sexistischen oder rassistischen Film anschauen und zelebrieren? – Das schon.

Auch im Kino und der Filmindustrie hat der Turbokapitalismus verheerende Auswirkungen: Es ist nur wenig Raum für subversive Formen und Narrative. Die Frage nach Verwertbarkeit steht überbetont im Vordergrund. Wenn es um pure Repräsentation von queeren und trans Perspektiven geht, ändert sich gerade im Streaming-Bereich viel. Wenn es um Experimentelles geht, findet das hingegen nur in einem sehr kleinen, präkarisierten Raum statt, der für sehr wenige Leute zugänglich ist.

Infos zum Film

Feminism WTF. Dokumentarfilm. Österreich 2023. Regie: Katharina Mückstein. Mitwirkende: Maisha Auma, Persson Perry Baumgartinger, Astrid Biele Mefebue, Nikita Dhawan, Christoph M. Laufzeit: 96 Minuten. Sprache: deutsche Originalfassung. FSK 12. Verleih: mindjazz pictures. Kinostart: 7. September 2023
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