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Vladimir Burlakov
Schwuler "Tatort"-Star über die russische Bevölkerung: "Absolut brainwashed"
Vladimir Burlakov, der als Kind von Russland nach Deutschland umsiedelte, hat kein Verständnis für den Hass der russischen Bevölkerung auf demokratische Länder des Westens.

Vladimir Burlakov (oben) bei der Uraufführung von "GOLD. Der Film der Nibelungen" im Jahr 2016 (Bild: Sven Mandel / wikipedia)
- 4. September 2023, 11:21h 2 Min.
Der in Moskau geborene offen schwule Schauspieler Vladimir Burlakov hat im Interview mit "Web.de News" erklärt, die Russinnen und Russen seien einer Gehirnwäsche unterzogen worden: "Die russische Bevölkerung ist absolut brainwashed – und Besserung ist da leider nicht in Sicht", so 36-jährige der "Tatort"-Darsteller, der seit 2020 Kriminalhauptkommissar Leo Hölzer für den Saarländischen Rundfunk spielt.
Burlakov kritisierte insbesondere die hohe Akzeptanz des Angriffskrieges gegen die Ukraine in seinem Geburtsland. Aufgrund seiner proukrainischen Einstellung erlaube er sich keinen russischen Blickwinkel. Dass ein Großteil der Menschen in Russland hinsichtlich der westlichen Bevölkerung viel Wut und Hass in sich trage, könne er nicht nachvollziehen, dennoch nehme Burlakov wahr, "dass es viele Menschen in Russland gibt, die auf die Straße gegangen sind und dass es viele gibt, die es unbedingt machen wollen würden".
Für den Hass der der russischen Bevölkerung auf Menschen im demokratischen Europa gebe es aber laut dem Schauspieler eine Erklärung, auch wenn diese die Haltung nicht entschuldige: "Wenn man seit mehr als zehn Jahren quasi nur einen TV-Sender guckt, der einem erzählt, wie böse der Westen ist, dann mag [die Haltung der Mehrheit] nicht überraschen. Andererseits unterstelle ich den Leuten dann schon, dass sie nichts hinterfragen und alles einfach so schlucken."
Burlakov ist Thailand-Fan
Burlakov verriet auch, wo er mit seinem Partner am liebsten Urlaub macht: "Wenn ich mit meinem Freund verreise, dann fliegen wir meistens im Januar nach Thailand. Wir lieben dieses Land sehr und verbringen dort in der Regel vier, fünf Wochen am Stück, ehe wir wieder ins kalte Deutschland zurückkehren."
Burlakov siedelte 1996 als Neunjähriger mit seiner Mutter nach Deutschland über. Er feierte bereits in jungen Jahren beachtliche Erfolge als Schauspieler. 2021 outete er sich als schwul und zeigte sich Hand in Hand mit seinem Lebenspartner (queer.de berichtete). Damals sagte Burlakov in einem Interview: "Lustigerweise war es gar nicht so aufregend, wie ich dachte, weil es für mich dann doch normal ist, mit meinem Partner einen schönen Abend zu haben." Später erzählte er davon, wie sehr ihn das Versteckspiel um seine sexuelle Orientierung belastet hatte (queer.de berichtete).
Ab Sonntag ist Burlakov wieder in einer neuen Produktion zu sehen: Er spielt im ZDF-Herzkino-Zweiteiler "Hotel Barcelona" (10. September und 17. September, 20.15 Uhr) den heterosexuellen Herzensbrecher Mateo. Der Zweiteiler ist bereits jetzt kostenlos in der ZDF-Mediathek erhältlich. (cw)














