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Debatte im Bundestag
"Der CSD ist Deutschland, genauso wie die Bayreuther Festspiele"
Die grüne Fraktionschefin kritisiert eine Äußerung von CDU-Chef Merz darüber, was deutsch ist – und was nicht.

CDU-Chef Friedrich Merz zeigt sich über die Kritik der grünen Fraktionschefin amüsiert (Bild: Screenshot Parlamentsfernsehen)
- 6. September 2023, 09:46h 2 Min.
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge hat eine abfällige Bemerkung des CDU-Bundesvorsitzenden Friedrich Merz über Berlin-Kreuzberg am Mittwoch scharf kritisiert – und auch darauf hingewiesen, dass der CSD genauso deutsch sei wie die Bayreuther Festspiele. Merz hatte am Montag bei einem Bierzeltauftritt auf dem bayerischen Volksfest Gillamoos gesagt: "Nicht Kreuzberg ist Deutschland, Gillamoos ist Deutschland."
/ ClaasGefroiUm das hier noch einmal unmissverständlich festzuhalten: Es sind nicht die Linken oder "Woken", die ein anderes, autoritäres, unfreies, ausgrenzendes Land wollen – es sind die sogenannten Konservativen im Verbund mit Rechten und Rechtsextremen. #Merz #Gillamoos pic.twitter.com/wrsV5EIgKZ
Claas Gefroi (@ClaasGefroi) September 5, 2023
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Dröge sagte am Mittwoch in der Generaldebatte zum Haushalt 2024 im Bundestag, Merz wähle solche Bilder immer wieder, um zu definieren, wer dazugehöre und wer nicht, wer richtig in diesem Land sei und wer falsch. An Merz gewandt sagte Dröge: "Was an Berlin-Kreuzberg ist nicht deutsch? Und was macht die Menschen im bayerischen Bierzelt deutscher?" Sei das, weil in Kreuzberg Menschen vieler Nationen und vieler sexueller Orientierungen lebten?
CDU dürfe nicht definieren, "wer normal ist und wer nicht"
"Eine CDU, die diesen Weg geht, die anfängt zu definieren, wer normal ist und wer nicht, wer deutsch ist und wer nicht, wer dazugehört und wer nicht, die geht einen gefährlichen Weg, die geht einen verantwortungslosen Weg", sagte Dröge. Stattdessen sei eine Union notwendig, die den Anspruch "Volkspartei", das heißt für alle eine Partei zu sein, ernst nehme. "Was wir bräuchten, wäre eine konservative Partei, die den Zusammenhalt der Menschen in diesem Land nach vorne stellt."

(Bild: Screenshot Parlamentsfernsehen)
Dröge sagte weiter: "Wir brauchen eine konservative Partei, die sagen kann: Berlin-Kreuzberg ist Deutschland, genauso wie das bayerische Bierzelt. Wir brauchen eine konservative Partei, die sagen kann: Der Christopher Street Day ist Deutschland, genauso wie die Bayreuther Festspiele."
Friedrich Merz hatte sich in der Vergangenheit wiederholt queerfeindlich geäußert. 2020 brachte er etwa Homosexualität und sexuellen Missbrauch von Kindern in Zusammenhang (queer.de berichtete). Danach inszenierte er sich – wie heute der bayerische Vizeministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) – als Opfer einer Kampagne (queer.de berichtete). (dpa/dk)














