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Medienbericht
Übernimmt der MDR den ESC-Vorentscheid?
Nach der Pleitenserie beim ESC könnte der Mitteldeutsche Rundfunk als Retter fungieren – wie bereits in den Neunzigerjahren.

Der MDR schickte 1994 (v.l.n.r.) Melanie Bender, Kati Karney und Dorkas Kiefer alias Mekado zum ESC – und schaffte einen dritten Platz (Bild: IMAGO / United Archives)
- 6. September 2023, 10:42h 2 Min.
Der Mitteldeutsche Rundfunk könnte laut DWDL ab 2025 den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest übernehmen. Das Medienmagazin berichtet, der Norddeutsche Rundfunk wäre "inzwischen bereit, die Verantwortung für den Eurovision Song Contest ab 2025 innerhalb der ARD abzugeben – und mit dem MDR ist für einige Beteiligte bereits ein möglicher Nachfolger gefunden".
Der NDR ist bereits seit 1996 für den deutschen Vorentscheid verantwortlich. In diese Zeit fällt der Sieg von Lena Meyer-Landrut im Jahr 2011 – allerdings wurde für den Erfolg eher ProSieben verantwortlich gemacht, mit dem die öffentlich-rechtliche Landesrundfunkanstalt damals kooperierte. In den letzten Jahren gab es viel Kritik an der Songauswahl. Bei den letzten vier ESCs belegte Deutschland ausschließlich den letzten oder vorletzten Platz.
HR, BR, MDR und NDR werkelten schon am ESC-Vorentscheid
Bis in die Siebzigerjahre war der Hessische Rundfunk für die Auswahl des ESC-Songs verantwortlich. 1979 übernahm der Bayerische Rundfunk diese Aufgabe. Der letzte Vorentscheid 1991 mit dem damals noch ungeouteten Moderator Hape Kerkeling führte zu einem Eklat: Der siegreiche Act Atlantis 2000 mit dem Song "Dieser Traum wird niemals sterben" wurde vom Publikum ausgebuht. Im Finale in Rom belegte der Song lediglich Rang 18 unter 22 Teilnehmerländern.
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Danach folgte schon einmal der MDR als ESC-Retter – zwischen 1992 und 1995. Allerdings gab es nur 1992 einen Vorentscheid. Damals gewann Wind mit "Träume sind für alle da" und belegte in Malmö einen enttäuschenden, aber aus heutiger Sicht gar nicht so schlechten, 16. Platz. 1993 bis 1995 schickte der MDR ohne Vorentscheid Acts zum ESC – mit unterschiedlichem Erfolg: 1993 kam die Münchener Freiheit mit "Viel zu weit" nicht über einen 18. Platz in Millstreet hinaus, 1994 lief es für die Ralph-Siegel-Band Mekado und "Wir geben 'ne Party" mit dem dritten Platz in Dublin besser. 1995 kam dann ebenfalls in der irischen Hauptstadt der Absturz mit Stone & Stone und "Verliebt in dich": letzter Platz mit nur einem Punkt (aus Malta). Danach gab der MDR auf.
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Bislang will der MDR den Senderwechsel nicht bestätigen: "Dazu gibt es keinerlei Gespräche und das ist derzeit auch kein Thema für den MDR", so zitierte DWDL einen MDR-Sprecher. Allerdings arbeite im Moment der NDR noch am ESC 2024. (dk)














