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Stadtrat ist dagegen

Köln erhält vorerst keinen Dirk-Bach-Platz

Erst sorgte die Stadt Köln mit absurden Richtlinien für Dirk Bachs Grab für Kopfschütteln, jetzt stoppt sie einen geplanten Dirk-Bach-Platz. Dagegen will der Bezirksbürgermeister gerichtlich vorgehen.


Was würde wohl Dirk Bach zum Streit um seinen Namen in seiner Heimatstadt sagen? (Bild: RTL)

  • 8. September 2023, 09:13h 2 Min.

Der Kölner Stadtrat hat am Donnerstag laut WDR abgelehnt, einen bislang nicht benannten zentralen Platz nahe dem Schauspielhaus nach Dirk Bach (1961-2012) zu benennen. Damit ignoriert das Parlament der Millionenstadt einen Appell der Kölner Aidshilfe und des Centrums schwule Geschichte, sich doch noch für den Dirk-Bach-Platz auszusprechen (queer.de berichtete). Die Grünen, die als größte Fraktion knapp ein Drittel der Mandate inne hat, hatten sich gemeinsam mit der Linken, der Fraktion "Die Fraktion" und Einzelmadatsträger*­innen für den Dirk-Bach-Platz engagiert, wurden aber überstimmt.

Eigentlich war der Dirk-Bach-Platz schon vor über einem Jahr von der Bezirksvertretung Innenstadt beschlossen worden (queer.de berichtete). Dieses Stadtteilparlament ist in der Regel für die Benennung von Straßen und Plätzen im Bezirk zuständig. Allerdings erklärte die Stadtverwaltung, dass dieser Platz "eine wesentlich über den Bezirk hinausgehende Bedeutung hat und die Benennung daher in die Zuständigkeit des Rates fällt".

Bezirksbürgermeister will klagen

Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) ist anderer Meinung – und will vor Gericht ziehen, um zu klären, ob die Stadt oder der Bezirk für die Benennung zuständig ist. Er sieht die Rechte seines Bezirksparlaments verletzt.

Gegen die Benennung des Platzes nach dem Komiker und "Ich bin ein Star"-Moderator hatte der Verein Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit protestiert. Er setzte sich dafür ein, den Offenbachplatz auf den bislang nicht benannten Platz auszuweiten, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Namensgeber ist der jüdische Komponist Jacques Offenbach (1819-1880). Bislang wurde das noch nicht benannte Gebiet umgangssprachlich bereits "kleiner Offenbachplatz" genannt. Die "(Teil)-Umbenennung" setze laut dem Verein ein "vollkommen falsches Signal" und zeuge von "Unkenntnis gegenüber dem kulturpolitischen Schaffen von Juden im Allgemeinen und von Jaques Offenbach im Besonderen" (queer.de berichtete).

Im Stadtrat gab es laut WDR auch weitere Ideen, an anderen Orten einen Dirk-Bach-Platz zu errichten. Lino Hammer (Grüne) schlug die Kreuzung vor dem Lokal "Filmdose" vor, Maria Helmis (SPD) einen Platz vor dem Theaterhaus "Studiobühne".

Mit ihrer Entscheidung setzt der Stadtrat bereits den zweiten Schlag gegen den vor zwölf Jahren verstorbenen Dirk Bach: Erst letzten Monat ordnete Köln an, dass die von Hella von Sinnen gestiftete rosa Bank an Bachs Grab im Melatenfriedhof entfernt werden müsse (queer.de berichtete). Die Deadline dafür wurde aber kürzlich auf März nächsten Jahres verschoben. (dk)

/ DieFRAKTIONKoln
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