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Polizeibericht
Berlin: Raub mit homofeindlichem Hintergrund
An einer Bushaltestelle im Berliner Bezirk Spandau wurde ein 31 Jahre alter schwuler Mann am frühen Samstagmorgen von einem noch unbekannten Täter beleidigt, geschlagen und beraubt.

Symbolbild: Die Berliner Polizei macht mutmaßliche queerfeindliche Vorfälle gezielt publik (Bild: IMAGO / Dean Pictures)
- 10. September 2023, 03:33h 2 Min.
Am frühen Samstagmorgen zeigte ein 31-jähriger schwuler Mann gegenüber einer Berliner Funkstreifenbesatzung an, im Bezirk Spandau ausgeraubt worden zu sein. Das meldete die Polizei der Hauptstadt am Samstagnachmittag.
Nach eigenen Angaben wartete das Opfer gegen 5 Uhr an einer Haltestelle in der Ruhlebener Straße im Ortsteil Wilhelmstadt auf einen Bus, als er von einem anderen Mann angesprochen wurde, der ihn bereits zuvor in einer U-Bahn der Linie 2 in Fahrtrichtung Ruhleben beobachtete. Beim Warten auf den Bus fragte der Unbekannte den 31-Jährigen nun nach Zigaretten. Als er die Frage verneinte, versuchte der Mann, ihm seine Umhängetasche zu entreißen. Nachdem das nicht gelang, machte der Unbekannte laut Polizeibericht eine "Anspielung auf die Homosexualität des Angesprochenen", schlug ihm anschließend ins Gesicht und entwendete dessen Halskette und Sonnenbrille.
Der mutmaßliche Täter konnte unerkannt flüchten. Der 31-Jährige erlitt Hämatome am Kopf und Hals und kleine Schnittwunden an einer Hand. Die Ermittlungen übernahm – wie bei Hasskriminalität üblich – der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes. Nähere Angaben zum Räuber wurden im Polizeibericht nicht gemacht.
Berliner Polizei für queerfeindliche Gewalt sensibilisiert
Immer wieder gibt es aus Berlin Berichte über queerfeindliche Übergriffe, da die Landespolizei mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt publik macht und diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit meldet. Erst am Donnerstagabend soll ein Unbekannter nach Polizeiangaben am Schöneberger Wittenbergplatz versucht haben, aus homophoben Motiven einen 37-Jährigen mit einer Flasche zu verprügeln (queer.de berichtete).
Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner*innen für LGBTI. (cw/pm)














