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ARD-Sommerinterview
Alice Weidel stellt klar: "Ich bin nicht queer"
Im ARD-Sommerinterview stellte AfD-Bundessprecherin Alice Weidel die Akzeptanz von trans Menschen als Gefahr für Kinder dar – und distanzierte sich von der Regenbogenflagge. Sie selbst fühle sich als lesbische Frau nicht diskriminiert.

Alice Weidel im ARD-Sommerinterview (Bild: IMAGO / Metodi Popow)
- 11. September 2023, 05:20h 2 Min.
AfD-Partei- und Fraktionschefin Alice Weidel hat erneut Stimmung gegen trans Menschen gemacht und deren bloße Sichtbarkeit und Akzeptanz als Gefahr für Kinder dargestellt. "Das ist natürlich schon so, was den Leuten auch extrem auf den Wecker geht", sagte die lesbische Politikerin am Sonntag im ARD-Sommerinterview, nachdem sie von Moderator Matthias Deiß mit rechtsextremen und queerfeindlichen Ausfällen von AfD-Mitgliedern konfrontiert worden vor. "Dass unter dem Motto der Regenbogenflagge hier jetzt so eine Trans-Pop-Kultur einer Minderheit gefördert wird, und die Menschen sich einfach nur noch fragen, wie schützen wir eigentlich unsere eigenen Kinder in den Schulen und Kitas davor."
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In der Schule sollte Wissen vermittelt werden, ergänzte Weidel, "und nicht so ein Genderquark, der mir auch gehörig auf den Wecker geht".
Polemik gegen das Selbstbestimmungsgesetz
Auch im ergänzenden Online-Format "Frag selbst!" wurde Weidel von ARD-Moderator Matthias Deiß mit einer Zuschauerfrage zur offenen Queerfeindlichkeit der Rechtsaußenpartei konfrontiert. "Ich bin nicht queer, sondern ich bin mit einer Frau verheiratet, die ich seit 20 Jahren kenne", stellte die 44-Jährige daraufhin klar. "Wir haben zwei gemeinsame Kinder. Ich fühle mich nicht diskriminiert, warum auch? Ich fühle mich eigentlich eher vor den Karren gespannt von einer absolut, wie soll ich sagen, fast schon bescheuerten Genderpolitik dieser Bundesregierung."
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Mit der "bescheuerten Genderpolitik" meinte Alice Weidel offenbar das geplante Selbstbestimmungsgesetz, das ihrer Meinung nach "so schlimm" in die "Privatsphäre der Familien" eingreife. "Man soll sich jetzt einmal im Jahr das Geschlecht aussuchen können, Männlein, Weiblein oder auch divers, ich mein', was soll das?", empörte sich die AfD-Bundessprecherin.
Weidel spielt homosexuelle und trans Menschen gegeneinander aus
Die Queerfeindlichkeit ihrer Partei hatte Alice Weidel zunächst jahrelang geleugnet (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr erklärte sie schließlich im ZDF, dass sie ihr "relativ egal" sei (queer.de berichtete). Nun scheint sie mit verstärkten Attacken auf trans Menschen zu versuchen, ihr eigenes Standing als Lesbe in der AfD zu verbessern (queer.de berichtete).
Dabei ignoriert die potentielle Kanzlerkandidatin, dass auch ihre Regenbogenfamilie den Vorstellungen der AfD fundamental widerspricht. So warnt die Rechtsaußenpartei in ihrem Grundsatzprogramm vor der Zerstörung des "traditionellen Familienbilds" durch homosexuelle Eltern und will Kinder pauschal vor Lesben und Schwulen schützen (queer.de berichtete). Im jüngsten AfD-Wahlprogramm werden queere Menschen mit Kindern als "Pseudofamilie" diffamiert (queer.de berichtete). (mize)














