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"Mit großer Sorge"
Bundesbeauftragte besorgt über zunehmenden Hass in Deutschland
Zehn Bundesbeauftragte schlagen Alarm: Die Zahl der Taten, die aus Hass gegen Minderheiten wie queere Menschen begangen werden, schießt derzeit in die Höhe.

Hass wird in Deutschland populärer: Auch in Wahlkämpfen und medialen Debatten würden Ressentiments geschürt, so die Bundesbeauftragten (Bild: Foto von Markus Spiske auf Unsplash)
- 11. September 2023, 09:08h 3 Min.
Die für Antidiskriminierung und für Minderheitenrechte zuständigen Beauftragten des Bundes haben sich besorgt über zunehmende Anfeindungen und Hasskriminalität in Deutschland geäußert. Beobachtet werde "mit großer Sorge, dass in Wahlkämpfen und medialen Debatten wieder zunehmend Ressentiments geschürt werden und in sozialen Medien unverhohlen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit geäußert wird", hieß es in einer am Montag in Berlin veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.
"Rassistische, antisemitische und antiziganistische Hassverbrechen und Verbrechen wegen des Geschlechts und sexueller Identität nehmen drastisch zu in unserem Land", warnen die insgesamt zehn Beauftragten. "Im schlimmsten Fall münden diese in extremistischen und terroristischen Anschlägen." Oft gehe es bei Hass und Ressentiments gegen Geflüchtete, gegen Jüd*innen und Muslim*innen, gegen Sinti*zze und Rom*nja, Frauen, Menschen mit Behinderungen, gegen queere Menschen und andere. "Das schadet unserer Demokratie", heißt es weiter in der Erklärung.
/ ADS_BundDie für #Antidiskriminierung und Minderheitenrechte zuständigen Beauftragten des Bundes und der Bundesopferbeauftragte haben in einer Erklärung Sorge vor den gestiegenen Zahlen im Bereich Hasskriminalität und Anfeindungen einzelner Gruppen geäußert: https://t.co/p9Rrcd6Dzq
Antidiskriminierung (@ADS_Bund) September 11, 2023
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Veröffentlicht wurde die Erklärung von der Antirassismus- und Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan, der Antidiskriminierungsbeauftragten Ferda Ataman sowie dem Antisemitismus-Beauftragten Felix Klein. Gleichermaßen beteiligt sind der Antiziganismus-Beauftragte Mehmet Daimagüler, der Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, der Queerbeauftragte Sven Lehmann, die Aussiedlerbeauftragte Natalie Pawlik, der Beauftragte für Religions- und Weltanschauungsbeauftragte, Frank Schwabe, sowie die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, und der Beauftragte für die Anliegen von Betroffenen terroristischer und extremistischer Anschläge, Pascal Kober.
"Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich"
"Wir betonen heute gemeinsam: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich", betonen die Beauftragten in ihrer Erklärung. "Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner sexuellen Identität, aus rassistischen, antisemitischen oder antiziganistischen Gründen, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden", heißt es weiter unter Berufung auf das Grundgesetz. Auch dürfe niemand wegen einer Behinderung benachteiligt werden.
"Das Diskriminierungsverbot in Artikel 3 unseres Grundgesetzes muss geachtet und gelebt werden", fordern die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner. Der Staat stehe in der Pflicht, den Schutz vor Diskriminierung durchzusetzen. "Menschen in Deutschland dürfen niemals wieder diskriminiert, herabgesetzt oder bedroht werden", wird in der Erklärung betont.
Die Beauftragten verweisen auf Angaben des Bundesinnenministeriums (BMI), wonach die Zahl der Straftagen im Bereich der Hasskriminalität in Deutschland 2022 im Jahresvergleich um 9,7 Prozent zugenommen hat. Noch stärker war der Anstieg sogar noch größer (queer.de berichtete). Nach der Definition des BMI handelt es sich bei "Hasskriminalität" um Straftaten, die durch gruppenbezogene Vorurteile motiviert begangen werden. (AFP/cw)














