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Köln

Jetzt entscheidet ein Gericht über den Dirk-Bach-Platz

Der Kölner Streit um den Dirk-Bach-Platz wird nun juristisch ausgefochten: Der Bezirksbürgermeister, der den Platz gerne nach dem Entertainer und Aktivisten benennen würde, verklagt den Kölner Stadtrat, der dies ablehnt.


Was wohl Dirk Bach zu dem Streit sagen würde? (Bild: ORF / Ruprecht Stempell)

Der Kölner Innenstadt-Bürgermeister Andreas Hupke (Grüne) hat laut einem Bericht des "Express" Klage gegen die Entscheidung des Stadtrates eingelegt, die Errichtung eines Dirk-Bach-Platzes nahe dem Schauspielhaus abzulehnen (queer.de berichtete). Damit hatte der Stadtrat eine Entscheidung des Stadtteilparlaments Innenstadt zurückgewiesen. "Die Verfahren sind unter den Aktenzeichen 4 L 1804/23 (Eilverfahren) und 4 K 5062/23 (Klageverfahren) anhängig", so ein Sprecher des Verwaltungsgerichts zur Kölner Boulevardzeitung. Nun habe die Stadt zehn Tage Zeit für eine Stellungnahme.

Hupke argumentierte, dass der Stadtrat die Rechte seines Bezirks verletzt habe, weil in der Regel die Bezirksvertretung für die Benennung von Straßen und Plätzen im Bezirk zuständig ist. Allerdings erklärte die Stadtverwaltung, dass dieser Platz "eine wesentlich über den Bezirk hinausgehende Bedeutung hat und die Benennung daher in die Zuständigkeit des Rates fällt".

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Hupke: Stadtrat beschneidet Rechte der Bezirksparlamente

"Das wird ein Prozess, der die Belange aller neun Kölner Bezirksvertretungen angeht – denn die Rechte der Bezirksparlamente werden durch das Vorgehen des Rates extrem beschnitten", beklagte Hupke.

Konkret geht es um die Neubenennung eines Platzes neben dem zentral gelegenen Offenbachplatz, der bislang keinen Namen trägt. Umgangssprachlich wird er "Kleiner Offenbachplatz" genannt. Gegen die Benennung nach Dirk Bach (1961-2012) hatte bereits letztes Jahr der Verein Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit protestiert (queer.de berichtete). Die Organisation setzte sich dafür ein, den Offenbachplatz auf den bislang nicht benannten Platz auszuweiten, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Namensgeber ist der jüdische Komponist Jacques Offenbach (1819-1880). Diese Benennung wird auch von der Stadtverwaltung favorisiert.

Demgegenüber appellierten das Centrum schwule Geschichte und die Aidshilfe Köln an die Stadt, sich doch noch für einen Dirk-Bach-Platz zu entscheiden (queer.de berichtete). Ausschlaggebend sei nicht nur sein künstlerisches Schaffen, sondern auch sei sozialpolitisches Engagement, "insbesondere als Stifter für das Lebenshaus der Aidshilfe Köln, das nach seinem Tod in Dirk-Bach-Haus umbenannt wurde".

Auch im Kölner Stadtrat angestoßene Alternativvorschläge seien nicht schnell umsetzbar, so Hupke. So war vorgeschlagen worden, einen Platz vor der "Filmdose" nach Dirk Bach zu benennen – dort hatte der Künstler 1984 mit der Komödie "Geierwally" seinen Durchbruch. Allerdings müsse dieser Ort umgestaltet werden, um überhaupt als Platz wahrgenommen zu werden. Aus heutiger Sicht sei dies eine Utopie, so der Bürgermeister. Der Platz vor dem Schauspielhaus eigne sich, weil Bach dort mit ernsten Rollen einen Grundstein für seine Karriere gelegt habe. "Zudem käme das Schauspiel mit einer eigenen Adresse aus seinem Aschenputteldasein im Schatten der Oper heraus", argumentierte Hupke. (dk)

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