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Matthew Scott Montgomery
"Homo-Heilung": Früherer Disney-Star musste Elektroschockfolter über sich ergehen lassen
Matthew Scott Montgomery gehörte in jüngeren Jahren zu den Stars des Disney Channel. Was damals keiner wusste: Gedrängt von seinem christlichen Elternhaus unterzog sich der Schauspieler einer "Konversionstherapie".

Matthew Scott Montgomery in einer Szene aus "So ein Zufall!", rechts ein aktuelles Bild (Bild: Disney Channel / Instagram @matthew_scott_montgomery)
- 21. September 2023, 14:19h 2 Min.
Der 34-jährige frühere Disney-Schauspieler Matthew Scott Montgomery ist heute out und glücklich als schwuler Mann. Doch das war nicht immer so, wie er jetzt im Podcast "Vulnerable" verriet.
Der insbesondere aus der Disney-Channel-Serie "So ein Zufall!" (2011-2012) bekannte Schauspieler erklärte, dass er in einem "sehr, sehr konservativen" Haushalt in North Carolina aufgewachsen sei – und ihm beigebracht worden sei, dass "Schwule das böseste sind, was existiert". Als Teenager sei er nach Hollywood gezogen, um dort als Schauspieler zu arbeiten. Schließlich habe er sich bei seinen christlichen Eltern als schwul geoutet – die hätten das aber sehr schlecht aufgenommen.
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Nach dieser "albtraumhaften" Reaktion habe sich der gerade volljährig gewordene Schauspieler selbst in ein Camp der "Homo-Heiler" begeben: Er sei in ein "Therapiezentrum" gegangen, dass damit warb, für jene dazusein, "die von schwulen zu heterosexuellen Männern werden wollen und es zu einem heterosexuellen Filmstar bringen wollen".
Instagram / matthew_scott_montgomery | Bereits letztes Jahr sprach Montgomery über "Konversionstherapien"
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Dort wurde er unter anderem auch Elektroschockfolter ausgesetzt – er erhielt jeweils Stromschläge, wenn er über Männer sprach. "Man musste sich etwa eine postapokalyptische Welt vorstellen, in der der einzige andere Überlebende ein heterosexueller Mann ist. […] Dann musste man in Gedanken auf ihn zugehen und ihn umarmen. Und genau in diesem Augenblick kriegt man einen Stromschlag." Viele andere Schauspieler*innen seiner Situation hätten ebenfalls das "Therapiezentrum" besucht. Gleichzeitig betonte Montgomery, dass der Disney-Konzern nichts von diesen Aktivitäten gewusst habe.
Unterstützung von Demi Lovato
Irgendwann habe er sich schließlich als schwulen Mann akzeptiert. "Eines Tages bin ich aufgewacht und habe mir gesagt, dass an mir nichts falsch ist", so Montgomery. An den "schmerzhaften" Erfahrungen aus dieser Zeit leide er aber heute noch. Auch andere queere Ex-Disney-Stars – etwa Demi Lovato – hätten ihn dabei unterstützt; die beiden seien bis heute befreundet.
Expert*innen bezeichnen sogenannte Konversionstherapien nicht nur als wirkungslos, da sexuelle Orientierung nicht therapierbar sei. Vielmehr führten derartige Methoden zu psychischen Problemen, die in vielen Fällen in einem Suizid enden. Bereits vor zehn Jahren erklärte der Weltärztebund, dass die "Heilung" von Homosexuellen eine Menschenrechtsverletzung sei (queer.de berichtete).
Deutschland erließ 2020 ein Teilverbot von "Konversionstherapien" (queer.de berichtete). Allerdings zeigte eine Studie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erst im Juni, dass derartige Pseudobehandlungen noch immer ein Problem im Land darstellten (queer.de berichtete). Die Ex-Gay-Bewegung – also "Homo-Heiler" – sind hierzulande weiter aktiv. So wurde erst kürzlich ein Buch veröffentlicht, in der für die "Heilung" von Homosexuellen geworben wird (queer.de berichtete). (dk)














