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Sarah Ashton-Cirillo

Ukraine: Trans Militärsprecherin suspendiert

Die trans Unteroffizierin Sarah Ashton-Cirillo ist nicht mehr Sprecherin der ukrainischen Streitkräfte, nachdem sie wegen einiger Äußerungen scharf von Moskau und US-Konservativen kritisiert worden war.


Sarah Ashton-Cirillo spricht nicht mehr für die ukrainischen Streitkräfte (Bild: Sarah Ashton-Cirillo / wikipedia)

  • 22. September 2023, 12:38h 3 Min.

Die amerikanische Unteroffizierin Sarah Ashton-Cirillo ist nicht mehr Sprecherin der ukrainischen Armee. Die 46-jährige trans Frau war erst Anfang August zur englischsprachigen Sprecherin für die Territorialverteidigung der Ukraine, eine Organisation innerhalb der ukrainischen Streitkräfte, berufen worden. Das hatte zum Teil scharfe Reaktionen in Moskau und unter amerikanischen Konservativen ausgelöst, die sie wegen ihrer Trans­identität kritisierten.

Ashton-Cirillo war am Mittwoch von ukrainischen Verteidigungsministerium suspendiert worden. Grund seien Äußerungen der Sprecherin gewesen, die nicht von Kyiv genehmigt worden seien. Um welche Äußerungen es sich genau handelte, teilte das Ministerium nicht mit.

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Vor ihrer Suspendierung war Ashton-Cirillo wegen einiger aggressiver Statements gegen Russland von US-Konservativen attackiert worden. So bezeichnete sie etwa kürzlich in einem Video auf X den russischen Diktator Wladimir Putin als "Vampir", der "im Blut von Babys badet". Vergangene Woche sagte Ashton-Cirillo in einem weiteren Video, dass "der russische Lieblingspropagandist" gejagt werden würde. Moskauer Medien verbreiteten daraufhin, dass sie russischen Journalist*­innen ermorden wolle.

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Kritik an der Äußerung kam etwa vom republikanischen US-Senator J.D. Vance, der als transfeindlich gilt. Er hat unter anderem einen Gesetzentwurf ins Parlament eingebracht, wonach Gesundheits­versorgung für trans Jugendliche mit Haftstrafen zwischen zehn und 25 Jahren geahndet werden soll. Vance äußerte vergangenen Freitag in einem offenen Brief an US-Außenminister Antony Blinken Bedenken gegen Ashton-Cirillo.

Ashton-Cirillo erklärte daraufhin am Montag, Journalisten seien für sie "Helden, die ein Recht haben, ohne Einmischung über den Krieg zur Befreiung der Ukraine" zu berichten. Sie deutete an, dass die Kritik allein wegen ihrer Transidentität geäußert werde: "Während wir in der Ukraine für die globale Freiheit und die Ideologie des Sieges kämpfen, richten zu viele in Moskau und in der Welt ihren Fokus auf das ermattende Thema 'Gender-Chaos'." Der Kampf der ukrainischen Truppen spiegle den "heroischen" Kampf der "Patrioten" im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1775 wider, als die USA gegen Großbritannien ins Feld zogen.

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Vor ihrer Suspendierung erklärte sie auch in einem Interview mit "Newsweek", dass all jene, die der Verbreitung von russischer Propaganda verdächtigt würden, ein faires Verfahren in der Ukraine und vor internationalen Gericht erhalten würden. "Nur die Propagandisten des Kreml haben über außergerichtliche Tötungen gesprochen. Politische Hinrichtungen und Morde an Journalisten sind ein Markenzeichen des Putin-Regimes", sagte sie.

Die Suspendierung wurde auf russischen Propagandaseiten wie RT gefeiert. In vielen Kommentaren wurde dort insbesondere die Transidentität der Unteroffizierin kritisiert ("Dieser Mann wird niemals eine Frau sein", "Die meisten Queeren sind gewalttätig").

Bevor Ashton-Cirillo ukrainische Sprecherin wurde, arbeitete sie unter anderem für das queere Portal "LGBTQ Nation" in der Ukraine und berichtete über queere Themen nach der russischen Invasion. (cw)

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