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Vereinte Nationen
Erdogan empört über angebliche "LGBT-Farben" bei der Uno
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Verwendung von "LGBT-Farben" im New Yorker Hauptquartier der Vereinten Nationen kritisiert. Dumm nur, dass es dort überhaupt keine Regenbogenflaggen gibt...

Die 17 Farben, die für die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen stehen, beleuchteten die jüngste Generalversammlung in New York (Bild: IMAGO / ZUMA Wire)
- 24. September 2023, 05:57h 2 Min.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich am Donnerstag über die vermeintliche Verwendung von "LGBT-Farben" bei den Vereinten Nationen beschwert. Er hätte darüber gerne mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres gesprochen, berichteten mehrere türkische Medien.
"Eines der Themen, die mich am meisten stören, ist, dass man beim Betreten der Generalversammlung der Vereinten Nationen die LGBT-Farben auf den Stufen und an anderen Stellen sieht", wurde Erdogan vom Fernsehsender Haberturk zitiert. Daraufhin empörte sich der queerfeindliche Politiker: "Wie viele LGBT gibt es derzeit auf der Welt? Wie viel Recht sie auch immer auf diesen Stufen haben, diejenigen, die gegen LGBT sind, haben genauso viel Recht."
Keine Regenbogenfarben bei der Uno
Bei UN-Diplomat*innen sorgte die Kritik des türkischen Staatspräsidenten für Verwunderung, da am Sitz der Vereinten Nationen nirgendwo Regenbogenfarben für die Rechte queerer Menschen werben. Sie vermuten, dass Erdogan die 17 Farben, die für die nachhaltigen Entwicklungsziele der Uno stehen und beim jüngsten Gipfeltreffen u.a. die Generalversammlung beleuchteten, mit der Prideflagge verwechselt haben könnte.
Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die 2015 von den Staats- und Regierungschefs der Welt mit einer Frist bis 2030 verabschiedet wurden, sind eine globale "To-Do-Liste", die die Beseitigung von Hunger und extremer Armut, die Bekämpfung des Klimawandels und der Ungleichheit sowie die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter umfasst.
Staatliche Queerfeindlichkeit in der Türkei nimmt zu
Langzeitpräsident Erdogan hatte vor der Wahl im Mai seine queerfeindliche Rhetorik verstärkt und dabei die Existenz von LGBT in der Türkei sogar bestritten (queer.de berichtete). Pride-Demonstrationen werden bereits seit Jahren in der Regel verboten, so auch wieder im Juni. Aktivist*innen, die trotzdem für ihre Rechte auf die Straße gingen, wurden festgenommen (queer.de berichtete).
Zudem plant die türkische Regierung, auch in der Schule der angeblich um sich greifenden "LGBT-Propaganda" entgegenzuwirken. Bildungsminister Yusuf Tekin sagte Anfang des Monats in einem TV-Interview, dass er den Schulkurs "Die Familie in der türkischen Gesellschaft" einrichten wolle. Damit solle Homosexualität "bekämpft" und den Schüler*innen die "Werte dieses Landes" beigebracht werden. (cw)













