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New York
Flammender Appell gegen Queerfeindlichkeit vor der Uno
Bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen thematisierte der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel auch seine eigene Homosexualität – und rief dazu auf, diejenigen zu bekämpfen, die Vielfalt nicht akzeptieren.

Xavier Bettel am Freitag vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen (Bild: UN Photo / Laura Jarriel)
- 24. September 2023, 07:49h 2 Min.
Seine Rede am Freitag bei der 78. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York nutzte der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel für einen flammenden Appell für Menschenrechte und gegen Queerfeindlichkeit. "Wir werden erst die Organisation der Vereinten Nationen sein, wenn wir alle, unabhängig davon, wo ein Mensch geboren wurde, welcher Religion er angehört, welche sexuelle oder politische Orientierung er hat, die gleichen Rechte haben", sagte der 50-Jährige in seiner Rede. "Das Recht auf Leben, das Recht auf Bildung, das Recht, man selbst zu sein. Und nicht, sich den Idealen eines anderen anzupassen." Zuerst hatte die Tageszeitung "Luxemburger Wort" berichtet.
/ Xavier_BettelA true pleasure to meet with @antonioguterres during #UNGA78. @UN SG thanked for its steadfast commitment to development, humanitarian aid & climate action.
Xavier Bettel (@Xavier_Bettel) September 22, 2023
We are determined to uphold this commitment and our dedication to multilateralism #LeaveNoOneBehind #Agenda2030 pic.twitter.com/m0C5EOdjKb
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In der Frage der Menschenrechte seien sich die Staaten nicht einig, kritisierte der Regierungschef von Luxemburg. "Die Definition der Menschenrechte hängt auch heute noch vom Geburtsort ab", so Bettel. "Wir müssen die Intoleranz bekämpfen. Ich dachte, wir hätten aus dem Zweiten Weltkrieg gelernt? Wenn man bedenkt, dass Schwulsein, Lesbischsein oder Transsexualität immer noch einem Todesurteil gleichkommt."
"Man kann sich nicht aussuchen, ob man schwul ist, aber ob man homophob ist"
Der Politiker sprach schließlich über seine eigene Homosexualität: "Ich bin schwul. Das ist keine Entscheidung, die ich eines Morgens getroffen habe, als ich aufwachte und mir sagte: 'Ich liebe Männer'. Das Schwierigste war, mich selbst zu akzeptieren", so Bettel. "Man kann sich nicht aussuchen, ob man schwul ist, aber ob man homophob ist. Wir müssen diejenigen bekämpfen, die die Vielfalt nicht akzeptieren."
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Seit zehn Jahren pffen schwuler Regierungschef
Xavier Bettel ist bereits seit 2013 der erste offen schwule Regierungschef Luxemburgs und Anführer einer Koalition seiner liberalen Partei DP mit der sozialdemokratischen LSAP und den Grünen (queer.de berichtete). Unter seine Regierung wurde die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. Bettel heiratete 2015 seinen langjährigen Partner Gauthier Destenay (queer.de berichtete). Destenay saß am Freitag bei der UN-Rede im Publikum.
Aus seiner Homosexualität hatte Bettel nie ein Geheimnis gemacht. Er hatte sich 2008 als luxemburgischer Parlamentsabgeordneter in der Sendung "Background" auf RTL Télé Lëtzebuerg geoutet. Danach ging es mit seiner Karriere bergauf: 2011 wurde er zum Bürgermeister der Stadt Luxemburg gewählt und zwei Jahre später zum Premierminister.
Laut "Luxemburger Wort" war es die achte Rede, die Xavier Bettel bei den Vereinten Nationen hielt – und es könnte die letzte sein, sollte er nach der Parlamentswahl am 8. Oktober nicht erneut zum Premierminister ernannt werden. (cw)














