Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?47080

Hardliner Franklin Graham

Queere Vereine kritisieren geplanten Auftritt von Homo-Hasser in Essen

In der Essener Grugahalle soll in knapp zwei Wochen mit Franklin Graham ein extrem queerfeindlicher christlicher Fundamentalist für Stimmung sorgen. Queere Aktivist*innen sind besorgt.


Franklin Graham warb auch auf vielen Veranstaltungen für die Wahl von Donald Trump (Bild: Matt Johnson / flickr)

  • 25. September 2023, 13:03h 2 Min.

Der Lesben- und Schwulenverband Nordrhein-Westfalen hat am Montag gemeinsam mit anderen queeren Vereinen den geplanten Auftritt des evangelikalen TV-Predigers Franklin Graham am 7. Oktober in der Grugahalle Essen scharf kritisiert. Einer Protestnote des LSVD schlossen sich unter anderem auch der Duisburger CSD-Verein DUGay, die Ökumenische Arbeitsgruppe Homo­sexuelle und Kirche (HuK) und der NRW-Landesverband des Vereins Inter­geschlechtliche Menschen an.


Online wird bereits seit längerem intensiv für den Auftritt des Hasspredigers in NRW geworben (Bild: festivalofhope.de)

"Dass die Messe in Essen mit dem Festival of Hope dem US-Prediger Franklin Graham eine Bühne bietet, ist ein Schlag ins Gesicht unserer Community", teilte der LSVD-Landesvorstand mit. "Es ist zu befürchten, dass auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene beim Festival of Hope mit den aus unserer Sicht homo- und transphoben Aussagen des Predigers konfrontiert werden." Daher werde das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Essen aufgefordert, "nicht zuzulassen, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, inter*, nichtbinäre und queere Menschen unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit abgewertet werden oder dass unterschwellig für Konversions­therapien geworben wird!".

Aufruf an den Oberbürgermeister

Die Aktivist*innen riefen Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU), der erst kürzlich einen Regenbogenzebrastreifen einweihte, dazu auf, seinen Einfluss als Aufsichtsratsmitglied der Messe Essen GmbH geltend zu machen. Grahams Auftritt müsse abgesagt und das Festival vom Staatsschutz überwacht werden.

Eigentlich sollte Graham bereits 2020 in der Kölner Lanxess Arena auftreten (queer.de berichtete). Das Event fiel jedoch der Corona-Krise zum Opfer.

Franklin Graham ist der Sohn des – ebenfalls extrem queerfeindlichen – Predigers Billy Graham, der 2018 gestorben ist (queer.de berichtete). Seinen Einfluss machte Franklin Graham insbesondere auf höchster politischer Ebene geltend: Anfang 2017 trat er etwa bei der Amtseinführung Donald Trumps auf. Auch beim republikanischen Nominierungsparteitag 2020 hielt er eine Rede.

Graham hat aus seiner Abneigung gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten nie ein Geheimnis gemacht – und warb dabei auch für die "Heilung" Homosexueller und trans Menschen. 2017 schrieb er etwa auf Facebook: "Es gibt eine 'Konversionstherapie', die bei allen Sünden hilft – nämlich Jesus Christus zu fragen, in unser Herz zu kommen."



2021 kopierte Graham sogar eine Aussage der extrem homophoben Westboro-Baptistenkirche, deren Leitspruch "God Hates Fags" (Gott hasst Schwuchteln) lautet. Graham erklärte: "God hates pride" und setzte den CSD mit Mord gleich (queer.de berichtete). Zu Beginn der Corona-Krise sorgte er auch mit der Errichtung eines Behelfskrankenhauses in New York für Schlagzeilen, in dem Mitarbeitende schriftlich versichern mussten, dass sie queere Menschen ablehnen (queer.de berichtete). (dk)

-w-