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  • 24. April 2006 56 2 Min.

In den neuen Bundesländern sind Vorurteile weit mehr verbreitet als im Westen, so eine Studie der Universität Bielefeld.

Von Dennis Klein

Nach dem ausländerfeindlichen Anschlag in Potsdam ist die Debatte um Vorurteile in Ost und West wieder neu entfacht. Eine Untersuchung des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld hat nun die Abneigung gegen Minderheiten untersucht und sich dabei besonders auf das Bundesland Sachsen konzentriert. Das Ergebnis: In Ostdeutschland und insbesondere in Sachsen ist die Abneigung gegen Gruppen wie Ausländer, Obdachlose und Homosexuelle größer als in den alten Bundesländern. Die Studie mit dem Titel "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Sachsen" ist hier als PDF-Datei erhältlich.

42 Prozent der Sachsen sagen demnach, es sei "ekelhaft, wenn Homosexuelle sich in der Öffentlichkeit küssen". In den übrigen neuen Ländern finden das 37 Prozent, in den alten Länder 35 Prozent. Bei der Frage, ob die Ehe zwischen zwei Frauen oder zwei Männern erlaubt sein sollte, antworteten 47 Prozent der Sachsen mit Nein. 41 Prozent in den restlichen neuen Ländern und den alten Ländern waren der selben Meinung. "Die Sachsen erweisen sich damit als die homophobste Substichprobe", so die Studie.

Noch deutlicher sind die Ergebnisse bei Ausländerfeindlichkeit: 45 Prozent der Sachsen und 44 Prozent in den neuen Bundesländern würden Ausländer ausweisen, wenn in Deutschland die Arbeitsplätze knapp werden. Im Westen meinen das nur 29 Prozent. Auch Obdachlose und Behinderte werden im Osten eher gering geschätzt. Dagegen gibt es im Westen mehr Vorurteile gegen Juden. Auch der klassische Sexismus - Stichwort "Frauen an den Herd" - ist in den alten Ländern weiter verbreitet als in den neuen. In ganz Deutschland neigen besonders Über-65-Jährige zu menschenfeindlichen Einstellungen. Beim Thema Homophobie gibt es die größten Unterschiede zwischen Jungen und Alten. Besonders stark ist dieser Unterschied in Sachsen: Während junge Menschen unter 35 Homosexuellen überwiegend aufgeschlossen gegenüber stehen, haben Ältere besonders starke Vorbehalte.

Die Studie zählt für das Bundesland Sachsen weitere Faktoren für menschenfeindliche Einstellungen auf: So sind Frauen eher fremdenfeindlich und islamophob eingestellt, Männer dagegen eher antisemitisch und homophob. Feindlicher gegenüber Minderheiten sind zudem Menschen mit niedriger Bildung, aus ländlichen Gegenden und Angehörige christlicher Konfessionen.

Zwischen 2002 und 2005 wurden für die Untersuchung bundesweit fast 10.000 Deutsche nach ihren Einstellungen befragt.

24. April 2006

-w-

#1 ManuAnonym
  • 24.04.2006, 15:47h
  • Also ich lebe in Sachsen und kann sagen, dass es immer mal wieder einige Spinner gibt die mit Homosexuellen nichts anfangen können, aber ansonsten kann man recht gut hier leben. Man sollte jedoch die dörflich geprägten Regionen im Raum Pirna, Konigsstein (südl. von Dresden) meiden, denn da ist die NPD auch auf kommunaler Ebene stark vertreten und schlägt dumpfe Parolen an.
    Ansonsten ist Sachsen immer für eine Reise gut und gerade Leipzig bietet für Homosexuelle viele Möglichkeiten.
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#2 SvenAnonym
  • 24.04.2006, 16:07h
  • Besonders interessant finde ich den Unterschied zwischen Frauen und Männern, was die Feindbilder angeht.

    Übrigens, der Nazi auf dem Bild oben sieht ganz süß aus ;-)
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#3 Die Kanzlerin der HerzenAnonym
  • 24.04.2006, 16:16h
  • Oh Gott, was kann es nur sein,
    dass Ossis erscheinen wie ein Schwein?
    Als eine von ihnen muss ich sagen:
    Ich kann nur immer wieder klagen!

    Die Vergangenheit lastet so schwer,
    40 Jahre herrschte das Kommunistenheer!
    Wir müssen erstmal Demokratie lernen,
    ob's gelingt, steht in den Sternen!

    Doch ich glaube an den Osten, oh ja,
    er wird wieder blühen, er wird ein Star!
    Wenn erstmal die Arbeitslosigkeit besiegt,
    und PDS und NPD am Boden liegt.

    Dann wird der Osten auferstehen,
    die Menschen werden glücklich gehen,
    in eine Zukunft, selbstbewusst und frei,
    die Kanzlerin ist natürlich voll dabei!

    Bussi, Bussi, Schmatz, Schmatz! Eure Euch alles liebende Kanzlerin der Herzen
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