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70. Geburtstag
Wowereit: Schwulsein ist in weiten Teilen der Gesellschaft noch Tabu
Zu seinem 70. Geburtstag am Sonntag wünscht sich Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, dass die "Menschheit endlich mal klüger wird". Insbesondere im Fußballsport mangele es an Akzeptanz von Homosexualität.

Klaus Wowereit (SPD) war von 2001 bis 2014 Regierender Bürgermeister von Berlin (Bild: IMAGO / Future Image)
- 28. September 2023, 01:00h 2 Min.
Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hält Schwulsein "in weiten Teilen der Gesellschaft" noch immer für ein Tabu. Im Radiosender rbb 88.8 auf seinen legendären Satz "Ich bin schwul und das ist auch gut so" angesprochen, sagte Wowereit am Mittwoch, dass sich zwar in den vergangenen Jahren einiges geändert habe. So könne er diverse Namen von Politikern aufzählen, die offen schwul seien und deren Karrieren das nicht geschadet habe. In anderen Bereichen sieht das laut des 69-Jährigen aber anders aus, etwa beim Fußball.
"Nach Hitzlsperger, auch nach dem Ende seiner Karriere, hat sich ja bislang auch noch keiner richtig geoutet und das liegt daran, dass das Umfeld nicht darauf vorbereitet ist." Thomas Hitzlsperger hatte sich 2014 nach dem Ende seiner Karriere geoutet. Wenn man in der Kabine bei Jugendmannschaften Schimpfworte höre, "wie soll da ein junger Mensch, der in der Pubertät gerade erst seine Sexualität erfährt und merkt, dass er vielleicht anders ist als die anderen, den Mut haben, sich zu outen? Das wird nicht passieren", meinte Wowereit.
70. Geburtstag am Sonntag
Moderator Tim Koschwitz und seine Kollegin Lydia Mikiforow fragten den SPD-Politiker auch, welchen Eindruck er von seinem Nachfolger Kai Wegner hat. Wowereit sagte dazu: "Er freut sich immer noch, Regierender Bürgermeister zu sein. Es macht ihm sichtlich Spaß, und das ist erstmal eine gute Voraussetzung für so ein Amt, denn das ist sehr, sehr schwer."
Klaus Wowereit wird am Sonntag 70 Jahre alt (queer.de berichtete). Auf die Frage, was er sich zu seinem Geburtstag wünsche, äußerte er neben "Gesundheit" auch die Hoffnung, dass die "Menschheit endlich mal klüger wird".
"Man denkt ja immer, je länger etwas dauert, da lernt man etwas draus, aus der Vergangenheit. Ich habe den Eindruck, wir gehen wieder zurück, es gibt so viel Unvernunft und da würde ich mir wünschen, dass sich das mal ändert." (cw/dpa)
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