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Mark Waschke
"Wir sollten Quatsch wie Monogamie oder eheliche Treue hinter uns lassen"
In einem Interview stellt "Tatort"-Star Mark Waschke klar, dass er vom "ganzen erzkonservativen Bullshit" à la AfD der katholische Kirche nichts hält.

Mark Waschke als "Tatort"-Kommissar Robert Karow (Bild: rbb / Volker Roloff)
- 28. September 2023, 12:23h 2 Min.
Der queere Schauspieler Mark Waschke hat sich im Interview mit der "Berliner Morgenpost" gegen kirchliche Sexualvorgaben und den "ganzen erzkonservativen Bullshit" ausgesprochen. "Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der wir uns von überholten Ritualen trennen; uns stattdessen unsere eigenen, neuen Rituale der Offenheit, und der Vielfalt schaffen und so einen kraftvollen Gegenentwurf zu dem ganzen erzkonservativen Bullshit bilden, der uns von Parteien wie der AfD entgegenschreit – und nicht nur von denen", erklärte Waschke.
Auf den Einfluss der Kirche angesprochen, ergänzte der 51-Jährige: "Dieser ganze Unfug, der da über Jahrhunderte verzapft wurde; gerade beim Katholizismus – gepaart mit dem Patriarchat: der Mann ist das Oberhaupt der Familie und du darfst nicht fremd gehen. Trotzdem haben es die Männer immer gemacht", so Waschke. "Wir sollten Quatsch wie Monogamie oder eheliche Treue hinter uns lassen und uns auf das wirklich Wichtige konzentrieren: wie zum Beispiel Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit in der Liebe und ein bedingungsloses Füreinander-da-sein."
Im Berliner "Tatort" spielt Mark Waschke Kriminalhauptkommissar Robert Karow, der erstmals 2015 eine Sex mit einem Mann hatte (queer.de berichtete). 2021 machte Waschke bei der Aktion #ActOut mit, mit der sich 185 lesbische, schwule, bisexuelle, queere, nicht-binäre und trans* Schauspieler*innen outeten.
Letztes Jahr ging der Schauspieler im "Tagesspiegel" näher auf seine sexuelle Orientierung ein (queer.de berichtete). Damals sagte er: "Dass ich definitiv nicht heterosexuell bin, war mir immer klar. Aber das Wort 'bisexuell' fand ich als jemand, der in den Achtzigern sozialisiert wurde, auch etwas unbefriedigend", so Waschke. "Doch dann habe ich, auch durch Gespräche mit anderen, gemerkt, dass der Begriff 'queer' eine wunderbare Einladung ist und auf angenehme Weise nichts Ausgrenzendes hat, sondern die Arme für alle ausbreitet." (dk)














