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Vor Auftritt in Essen

Homo-Hasser Franklin Graham inszeniert sich als Opfer einer Kampagne

Homosexuelle sind für US-Starprediger Franklin Graham "Feinde" von Gläubigen, die geheilt werden müssen. Vor seinem Auftritt in Deutschland behauptet er aber, dass "Lügen" über ihn verbreitet werden.


In konservativen Sendern wirbt Franklin Graham gerne für sein Idol Donald Trump (Bild: Screenshot Fox News Channel)

  • 29. September 2023, 12:21h 3 Min.

Der evangelikale Prediger Franklin Graham hat gegenüber dem christlichen Medienmagazin "Pro" zurückgewiesen, queer­feindlich zu sein. "Das ist nichts Neues", so der 71-jährige Amerikaner. "Es sind dieselben Lügen, die immer und immer wieder wiederholt worden sind. Es ist bedauerlich, dass Kommentare aus der Vergangenheit aus dem Zusammenhang gerissen und als hasserfüllt dargestellt werden, um das bevorstehende Festival of Hope in der Grugahalle zu stören."

Graham soll am 7. Oktober im Rahmen des von seiner Organisation organisierten Festival of Hope in der Grugahalle Essen auftreten. Der Lesben- und Schwulenverband und andere queere Organisationen haben seine Ausladung gefordert (queer.de berichtete). Allerdings lehnte die Messe Essen, der die Halle gehört, dies laut WAZ bereits ab. Sollte der Hassprediger auftreten, solle aber das Festival vom Staatsschutz überwacht werden, so die Forderung der Aktivist*­innen.

Graham behauptete nun, dass er nicht nach Deutschland komme, um gegen jemanden zu sprechen, sondern "um den Menschen in Essen und Nordrhein-Westfalen von Gottes Liebe zu ihnen zu erzählen und davon, dass Jesus Christus auf die Erde kam, um uns von unseren Sünden zu erlösen. Wir sind alle Sünder – auch ich." Dies sei eine Botschaft der Liebe, nicht des Hasses. Auch eine Beobachtung durch den Staatsschutz lehnte er ab.

"Versuche, andere zum Schweigen zu bringen"

Gleichzeitig warf Graham seinen Kritiker*innen vor, gegen Vielfalt zu sein: "Jeder, dem Vielfalt, Integration und Toleranz wirklich am Herzen liegen, sollte über Versuche, andere zum Schweigen zu bringen und auszugrenzen, besorgt sein, insbesondere wenn sie auf religiösen Überzeugungen beruhen."

Franklin Graham ist der Sohn des – ebenfalls extrem queerfeindlichen – Predigers Billy Graham, der 2018 gestorben ist (queer.de berichtete). Er gehört in den USA zu den unter Konservativen beliebtesten Predigern, der auch politisch sehr aktiv ist: Anfang 2017 trat er etwa bei der Amtseinführung Donald Trumps auf. Auch beim republikanischen Nominierungsparteitag 2020 hielt er eine Rede (queer.de berichtete). Auf seiner Facebook-Seite wirbt er immer wieder für republikanische Initiativen und macht Stimmung gegen die demokratische Partei von Präsident Joe Biden.

Bereits seit Jahrzehnten macht Franklin Graham aus seiner Abneigung gegenüber queeren Menschen kein Geheimnis. Homosexuelle seien etwa generell "Feinde" von christlichen Gemeinden und gefährlich für Kinder (queer.de berichtete). 2017 schrieb er auf Facebook: "Es gibt eine 'Konversionstherapie', die bei allen Sünden hilft – nämlich Jesus Christus zu fragen, in unser Herz zu kommen."

Eigentlich sollte Graham bereits 2020 in der Kölner Lanxess Arena auftreten (queer.de berichtete). Das Event musste aber wegen der Corona-Krise mehrfach verschoben werden und wurde deshalb nach Essen verlegt. (dk)

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