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New York
Schwuler Porno-Meteorologe sucht immer noch neuen Job
Erick Adame erzählt, wie es zu seinen sexuellen Online-Eskapaden gekommen ist, die ihm am Ende den Job gekostet haben.

Erick Adame darf seit einem Jahr nicht mehr vor der NY1-Wetterkarte stehen (Bild: Instagram / Erick Adame)
- 29. September 2023, 13:23h 3 Min.
Der beliebte TV-Meteorologe Erick Adame verlor vor fast genau einem Jahr seinen Job als Wetterfrosch beim führenden New Yorker Fernsehanbieter NY1 (queer.de berichtete). Der Grund: Die Senderchefs waren darauf aufmerksam gemacht worden, dass sich der jetzt 40-Jährige mit anderen Männern online nicht jugendfrei vergnügte. Jetzt erklärt Adame gegenüber dem queeren Nachrichtenmagazin "The Advocate", dass er noch immer auf der Suche nach einem neuen Job sei. Gerade arbeite er als Restaurant-Empfangsperson und bietet privat einen kostenpflichtigen Wetterdienst an. Er ging erstmals auch detailliert auf seine Online-Vergnügungen ein, die ihm den Arbeitsplatz gekostet haben.
Instagram / erickadameontv | Auf seiner Instagram-Seite spricht Adame noch immer gerne über das Wetter
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Adame erklärte, dass er wiederholt in Online-Webcamgruppen sexuelle Anfragen von anderen Männern in die Tat umgesetzt habe – und zwar ohne Bezahlung. Meist seien dies sehr kleine Gruppen gewesen. In einer Sitzung hätten sich plötzlich viel mehr Männer angemeldet: "Ich wurde erkannt", sagte Adame. "Jemand ist auf eine Reihe von Blog-Seiten gegangen und hat den Link geteilt. Innerhalb von Minuten schauten Hunderte zu."
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Weiter betonte Adame, dass er bei dem Online-Treffen weder Drogen noch Alkohol eingenommen habe – nur "ein bisschen Poppers". Er habe dann im Sex-Rausch alle Forderungen der Zuseher erfüllt: "Einer der Dinge, die jemand mir geschrieben hat, war: 'Ich will, dass du deinen Namen auf deine Brust schreibst. Ich will, dass du NY1 auf deine Brust schreibst.' Ich habe all das getan. Ich wusste, dass ich es tat und dass es ein Fehler war." So habe er auch seine Privatadresse gegenüber den Fremden preisgegeben. Er habe auf Wunsch auch gesagt: "Mir wird ganz heiß, wenn ich daran, dass mein Chef zuschaut. Ich würde es lieben, wenn mein Chef mich vor der Kamera fickt."
"Ich weiß wirklich nicht, warum ich das gemacht habe"
Nach dieser Session sei er aber in Tränen ausgebrochen. "Ich weiß wirklich nicht, warum ich das gemacht habe. Manchmal ist Sex einfach superkompliziert und man bereut es, sobald es vorbei ist."
Danach habe er Monate in Angst gelebt. Schließlich hätten Unbekannte Bilder der Eskapaden des Wettermannes an den Fernsehsender geschickt – und NY1 sprach die fristlose Kündigung aus. "Das ist über ein Jahr her und ich werde immer noch emotional, wenn ich darüber rede. Ich habe meinen Job so geliebt. Ich habe die Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, geliebt." Schließlich sei er 15 Jahre lang bei NY1 gewesen. "Dankeswerterweise haben wir uns alle danach getroffen, sie habe mich umarmt und mich unterstützt", erinnerte er sich.
Es gebe durchaus Interesse an ihm: "Ich hatte mehrere großartige Gespräche [mit Sendern] in teilweise überraschenden Orten – viele Stationen im tiefen Süden", so Adame. "Das gibt mir Hoffnung, dass mir jemand eine zweite Chance gibt." (cw)














