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Wir werden erwachsen

20 Jahre queer.de

Heute vor 20 Jahren erblickte queer.de das Licht der Welt: Wir schauen zurück auf 12 prägende Artikel, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.


Seit 20 Jahren versorgt queer.de die Community mit Information und Unterhaltung (Bild: freepik.com)

Der Text mit den meisten Aufrufen: Lisa Eckhart bei "Nuhr im Ersten"
20 Jahre lang schreiben wir uns schon die Finger wund: Nach über 40.000 Artikeln hat ausgerechnet ein Text aus diesem Jahr über eine mehr oder minder lustige Kabarettistin die meisten Menschen interessiert: "Lisa Eckhart bei 'Nuhr im Ersten': Inzucht und Sodomie als Spitze der Queerness" erreichte mehr als 360.000 Clicks und führt damit unsere ewige Tabelle an.

Der längste Text: LGBTI im "Tatort"
Die meisten unserer Texte sind ja relativ schnell auf dem stillen Örtchen zu lesen. Für manche muss man sich allerdings etwas mehr Zeit nehmen: Den Rekord bildet eine Abhandlung über queere Menschen im "Tatort" anlässlich des 50. Geburtstags der deutschen Krimiserie im Jahr 2020. Autor Erwin In het Panhuis tippte ganze 35.588 Zeichen in seine Tastatur, bevor der Text in voller Blüte erschien.

Der teuerste Text: [...]
Der prozessfreudige Jens Riewa mochte gar nicht, dass wir 2017 über einen harmlosen Scherz im "Neo Magazin Royale" berichteten. Der queer.de-Artikel stellte zwar keine Behauptung über die sexuelle Orientierung des offensichtlich leicht zu erregenden Nachrichtenmannes auf. Stattdessen zitierte er eine Aussage von ihm selbst, dass er nicht schwul sei. Für das Hamburger Land- und Kammergericht stand dennoch pauschal fest, dass wir ein Gerücht transportierten, was sich niemand gefallen lassen müsse. Auch nach sechs Jahren läuft die Klage immer noch, aktuell ist das Bundesverfassungsgericht am Zug. Die über 15.000 Euro für Gerichtskosten und Anwält*innen, die im Laufe der Jahre zusammen gekommen sind, hätten wir wirklich gerne sinnvoller angelegt.

Der Text, der bei der Staatsanwaltschaft landete: Mit Ratzinger starb einer der größten queerfeindlichen Hetzer
Mit dieser Überschrift berichtete queer.de am Silvestertag 2022 über den Tod von Ex-Papst Benedikt XVI. Das führte zu polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen der "Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener" – als ob der deutsche Papst in seiner Ablehnung von queeren Menschen irgendwie ambivalent gewesen ist. Obwohl mangels antragsberechtigter Personen überhaupt nicht hätte ermittelt werden dürfen, dauerte es knapp ein halbes Jahr, bis die deutsche Justiz die alberne Posse beendete. Zwischendurch hatten verschiedene Behörden die Akte immer wieder verschlampt (Details über das Verfahren in diesem Artikel).

Der Text, der für Koalitionskrach sorgte: Sachsen: Kritik an Rosa Listen
Bereits im Jahr 2005 sorgten wir durch die Aufdeckung von Rosa Listen bei der Polizei für einen Koalitionsstreit in der sächsischen Landesregierung. "Nicht hinnehmbar" sei diese Praxis, meinte damals die SPD und forderte vom damaligen Landesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) eine "Klärung". Die Union setzte sich natürlich durch…

Der Text, den Google besonders liebt: Der anale Orgasmus
Zu Beginn unserer queer.de-Karriere konnten wir von dieser Seite noch nicht leben. Daher verdienten wir uns ein paar Extra-Brötchen mit einigen – vielleicht nicht zu anspruchsvollen – Büchern. Es entstanden Werke wie "Das Arschbuch" (Amazon-Affiliate-Link ) oder "Toys for Boys" (Amazon-Affiliate-Link ). Texte daraus verwerteten wir auch auf queer.de – und Google scheint diese besonders zu lieben: Dank der freundlichen, jahrelangen Unterstützung der amerikanischen Suchmaschine stammen fünf unser Top-10-Geschichten aus den einschlägigen Büchern. Bei den Artikeln handelt es sich um "Der anale Orgasmus", "Einlauf, aber richtig", "Analverkehr für Anfänger", "Rimming für Anfänger", und – last, but not least – "Das 1x1 des Wichsens". Am meisten angesprochen werden wir aber auf Platz 15 – ein Text mit dem Titel "'Kotstechen' muss nicht sein". Und der Text mit der Hammer-Überschrift "Rosette öffne dich!" erreichte immerhin Platz 55.

Der Text, der fast einen Bischof stürzte: Bischof Huonder zur Homo-Ehe: Bibel sieht Todesstrafe vor
Ohne unsere Berichterstattung hätte niemand mitbekommen, dass der Schweizer Bischof Vitus Huonder am 31. Juli 2015 in Fulda über die Todesstrafe für Lesben und Schwule sinnierte. Zahlreiche Medien griffen unsere Recherche auf, und zumindest in seinem Heimatland wackelte Huonders Stuhl für einige Tage. Die Bischofskonferenzen in Deutschland und der Schweiz mussten sich öffentlich distanzieren.

Der absurdeste Text: Ärztin: Sperma-fressender Analwurm ist Grund für Homosexualität
Wir könnten eine ganze Serie machen über religiöse Fanatiker*innen, die mit absurden Behauptungen versuchen, Stimmung gegen queere Menschen zu machen. Den dümmsten Beitrag produzierte dabei eine kuwaitische Ärztin im Jahr 2019.

Der erste Text: Sex mit Dirk Bach
Bevor wir am 1. Oktober 2003 online gingen, stellten wir schon einige Texte ein, um an unserem ersten Tag nicht ganz nackig dazustehen. Der erste Text, der es auf queer.de schaffte, war ein Interview mit Prä-Dschungel-Entertainer Dirk Bach (1961-2012), der von seinem neuen Theaterstück erzählte – mit einer etwas clickbaitingen Überschrift.

Das erste Bild des Tages: Ken ist schwul
Als unser Herausgeber vor rund zwölf Jahren das "Bild des Tages" als neues Format vorschlug, jammerte unser Programmierer gefühlt jahrelang. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen: Seit dem 28. Juni 2012 gibt es keinen Tag, an dem wir unsere Leser*innen nicht mit einem Bild des Tages versorgten. Und alles fing mit einem schwulen Ken an. Mittlerweile sind die Bilder auch etwas größer geworden...

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Das erste Video des Tages: Der transvisionäre Gender-Ignorer
Vor fünf Jahren nahm das Jammern unseres Programmierers noch einmal mächtig zu: Damals debattierten wir über die Einführung eines "Videos des Tages". Ab dem 1. März 2019 gab es schließlich zusätzlich zum Bild des Tages auch Bewegtbilder – und zwar Tag für Tag. Alles fing an mit einer exklusiven Vorschau für den Highschool-Streifen "Freak Show".

Das schönste Geburtstagsgeschenk: Ehe für alle
Die Politik hat uns auch einmal ein Geburtstagsgeschenk gemacht: Nachdem wir uns die Finger wegen des Ehe-Verbots für gleichgeschlechtliche Paare wund geschrieben haben, entschied der Bundestag 2017 kurz vor den Wahlen, die Ehe zu öffnen. Als Starttermin wurde der 1. Oktober 2017 ausgewählt – unser 14. Geburtstag.

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