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"Sei einfach still"
Zu transfreundlich: Martina Navratilova geht auf Daniel Radcliffe los
Martina Navratilova veröffentlicht ein drei Jahre altes Zitat von Daniel Radcliffe, in dem er sich für Trans-Rechte einsetzt – und fordert den Schauspieler auf, künftig seinen Mund zu halten.

Martina Navratilova will trans Frauen nicht anerkennen, Daniel Radcliffe sehr wohl (Bild: Instagram / Martin Navratilova / Gage Skidmore / flickr)
- 4. Oktober 2023, 10:36h 2 Min.
Das lesbische Tennisidol Martina Navratilova (66) hat am Montag im Kurznachrichtendienst X den "Harry Potter"-Schauspieler Daniel Radcliffe (34) aufgefordert, künftig nicht mehr über das Thema Trans-Rechte zu sprechen: "Sei einfach still, Daniel. Sei still", schrieb die frühere amerikanische Profisportlerin.
Anlass war eine Äußerung von Radcliffe aus dem Jahr 2020, die von transfeindlichen Kräften derzeit erneut in sozialen Medien geteilt wird. Damals sagte der britische Schauspieler: "Trans Frauen sind Frauen. Jede Äußerung, die dem widerspricht, löscht die Identität und Würde von trans Menschen aus und widerspricht dem Rat von Gesundheitsexperten, die viel mehr Sachverstand bei diesem Thema haben als [Autorin J.K. Rowling] oder ich."

Mit dieser Äußerung hatte sich Radcliffe von der "Harry Potter"-Autorin distanziert, die seit dieser Zeit gegen trans Menschen Stimmung macht und sich seither immer mehr radikalisierte. So sprach sie etwa 2021 in einem sarkastischen Twitter-Eintrag über eine trans Frau als eine "penishaltige Person, die dich vergewaltigt hat" (queer.de berichtete). Sie brachte wiederholt und pauschal trans Frauen mit männlichen Sexualstraftätern in Zusammenhang (queer.de berichtete). Ende 2022 gründete sie eine Hilfsorganisation für weibliche Opfer sexueller Gewalt, die trans Frauen pauschal ausschließt (queer.de berichtete).
Navratilova galt einst als queere Ikone, nachdem sie 1981 gegen ihren Willen als bisexuell geoutet wurde. Kurze Zeit später outete sie sich als lesbisch. Sie engagierte sich dann auch für Homosexuellenrechte: So setzte sie sich 1992 gegen ein homophoben Volksentscheid in Colorado ein oder sprach auf CSDs.
In den letzten Jahren sorgte sie aber mit transfeindlichen Positionen für Kopfschütteln unter queeren Organisationen. 2020 unterstützte sie etwa ein Gesetz, das trans Schülerinnen die Teilnahme am Schulsport mit anderen Mädchen untersagt (queer.de berichtete). Sie behauptete ferner, dass trans Frauen "Betrug" begingen, wenn sie mit anderen Frauen Sport betrieben. (dk)














