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Norwegen

Millionenstrafe gegen Grindr bestätigt

Grindr hat Daten seiner Nutzer*innen ohne deren Zustimmung weitergegeben, so die norwegische Datenschutzbehörde. Für den Konzern wird das teuer.


Die Grindr-App hat es offenbar mit dem Datenschutz nicht so genau genommen

Die queere Dating-App Grindr muss in Norwegen wegen Verstoßes gegen Datenschutzbestimmungen 65 Millionen Kronen (5,6 Millionen Euro) zahlen. Wie "Bloomberg" berichtet, hat die nationale Datenschutzbehörde am Freitag einen Einspruch des amerikanischen Anbieters zurückgewiesen. Bei der Geldbuße handelt es sich um die höchste Strafe, die die Datenschutzbehörde je verhängt hatte.

Ursprünglich hatte die Behörde die Strafe bereits 2021 gegen die im kalifornischen West Hollywood ansässige Firma hinter der App ausgesprochen (queer.de berichtete). Das soziale Netzwerk habe sich nicht an die Zustimmungsregeln für die Weiterleitung von persönlichen Daten in der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gehalten. Die DSGVO ist zwar eine Verordnung der EU, sie gilt aber für den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) – und damit auch für das Nicht-EU-Land Norwegen.

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"Wir sind glücklich, dass die Einspruchsstelle mit unseren Schlussfolgerungen übereinstimmt und unsere Entscheidung aufrecht erhalten hat", erklärte Line Coll, die Chefin der nationalen Datenschutzbehörde. Das Ergebnis sei ein Sieg für die Privatsphäre der norwegischen Verbraucher*innen. Grindr-Nutzer*innen sei nicht die Möglichkeit gegeben worden, der Verbreitung ihrer Daten zuzustimmen, sondern diese seien ohne Zustimmung bei der Registrierung der App werbenden Firmen weitergeleitet worden. Davon seien im Zeitraum zwischen 2018 und 2020 tausende Nutzer*innen in Norwegen betroffen gewesen, deren Daten an möglicherweise tausende unbekannte Unternehmen erhalten hatten.

Grindr hat nun keine Möglichkeit mehr, gegen die Entscheidung Einspruch bei der Datenschutzbehörde zu stellen. Die Firma könnte aber vor Gericht dagegen klagen.

In der Vergangenheit war Grindr mehrfach wegen laschem Datenschutz kritisiert worden: 2018 hatte die deutsche Stiftung Warentest etwa deshalb vor der Nutzung von Grindr und anderen Dating-Apps gewarnt (queer.de berichtete). Vergangenes Jahr gab es auch Kritik daran, dass mit George Arison ausgerechnet ein glühender Anhänger des queerfeindlichen Ex-Präsidenten Donald Trump zum Vorstandsvorsitzenden gewählt wurde (queer.de berichtete). (dk)

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