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Auf Worte folgen Taten

Britische Statistik: Mehr Angriffe auf trans Menschen

Innerhalb eines Jahres sind in England und Wales weniger Hassverbrechen gemeldet worden, darunter waren aber mehr Angriffe auf trans Menschen. Die LGBTI-Organisation Stonewall kritisierte die konservative Regierung.


Symbolbild: Teilnehmer*­innen beim Trans Pride London 2022 (Bild: IMAGO / NurPhoto)

Erschreckende Zahlen aus Großbritannien: Nach Angaben des britischen Innenministeriums sind innerhalb eines Jahres weniger Hassverbrechen gemeldet worden, darunter waren aber mehr Angriffe auf trans Menschen. Laut Statistik für England und Wales wurden rund 4.700 solcher Delikte registriert – elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Ministerium in London am Donnerstag mitteilte.

"Trans Themen wurden im vergangenen Jahr heftig diskutiert von Politikern, Medien oder in sozialen Medien", hieß es im Bericht. Das könne zu mehr Angriffen geführt haben oder auch zu mehr Bewusstsein bei der Polizei, diese Straftaten zu erkennen und aufzunehmen.

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Gesamtfälle um fünf Prozent zurückgegangen

Insgesamt seien bis Ende März rund 145.000 Fälle von Hasskriminalität innerhalb eines Jahres gemeldet worden, heißt es im Bericht. Das seien fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zwischenzeitlich seien neue Leitlinien veröffentlicht worden, die womöglich dazu geführt hätten, bei der Bewertung eine andere Schwelle anzulegen, hieß es. In den Daten fehlen Polizeiangaben für die Grafschaften Devon und Cornwall.

Mit Hasskriminalität sind Straftaten gemeint, die durch Feindseligkeit oder Vorurteile gegen Menschen mit bestimmten persönlichen Merkmalen motiviert sind. Das können zum Beispiel Hautfarbe, Religion, Behinderung oder sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität sein.

Stonewall macht Politik verantwortlich

Die LGBTI-Organisation Stonewall kritisierte die konservative Regierung. Hochrangige Regierungsvertreter*innen hätten dazu beigetragen, spaltende Rhetorik und Falschinformationen zu verbreiten, um politisch davon zu profitieren. Die Statistiken zeigten nur einen Ausschnitt der Realität, viele Opfer würden ihre Erfahrungen nicht der Polizei melden, warnte Stonewall in einer Pressemitteilung.

/ stonewalluk

Erst am Mittwoch hatte der britische Premierminister Rishi Sunak auf dem Parteitag der konservativen Torys in Manchester gegen trans Menschen gehetzt. "Wir sollten nicht gemobbt werden, daran zu glauben, dass Personen jedes Geschlecht haben können, das sie gerne wollen. Das können sie nicht", sagte der 43-jährige Parteichef. "Ein Mann ist ein Mann und eine Frau ist eine Frau. Das ist einfach gesunder Menschenverstand", so Sunak unter dem Applaus des Tory-Publikums (queer.de berichtete). (cw/dpa)

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