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Essen

Grüne organisieren Demo gegen Hass-Prediger Franklin Graham

Am Samstag tritt bei einem fundamentalistischen Event in Essen Prediger Franklin Graham auf, der seit Jahrzehnten gegen queere Menschen Stimmung macht. Das wollen sich nicht alle gefallen lassen.


Franklin Graham mag weder Schwule und Demokraten: Bei den Präsidentschaftswahlen warb er intensiv für den republikanischen Präsident­schafts­kandidaten Donald Trump (Bild: RNC)

  • 6. Oktober 2023, 12:47h 2 Min.

"Kein Platz für Hass und Hetze." Das ist das Motto einer Demonstration in Essen, mit der sich die Grünen gegen den parallel stattfindenden Auftritt des evangelikalen US-Predigers Franklin Graham (71) wehren wollen. Die Demo "gegen Queer­feindlichkeit und Rassismus" beginnt um 16 Uhr vor der Grugahalle, die von Grahams Organisation für das euphemistisch "Festival of Hope" genannte Event angemietet wurde.

Graham habe "mehrmals das Recht auf sexuelle Selbst­bestimmung infrage gestellt und anti-queere Ansichten verbreitet", heißt es in der Ankündigung. "2015 rief er zum Boykott LGBTIQ-freundlicher Unternehmen auf und erklärte ein Jahr später, dass Homo­sexuelle 'Feinde' der Christen seien, sofern sie ihre sexuelle Orientierung nicht 'bereuen'. Den Islam bezeichnet er als 'ein Übel und eine böse Religion'."

Wir setzen uns vehement gegen Hass, Hetze und anti-queere Stimmungsmache ein! Kommt zur Demo am kommenden Samstag,...

Posted by Bündnis 90 / Die Grünen Essen, Grüne Essen on Thursday, October 5, 2023
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Bereits zuvor hatten queere Vereine den Auftritt Grahams scharf kritisiert (queer.de berichtete). Sie appellierten an Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU), der erst kurz zuvor einen Regenbogenzebrastreifen eingeweiht hatte, seinen Einfluss als Aufsichtsratsmitglied der Messe Essen GmbH geltend zu machen. Grahams Auftritt müsse abgesagt und das Festival vom Staatsschutz überwacht werden. Dieser Appell fand aber kein Gehör.

Kritik an Messe Essen

"In unserer vielfältigen Stadt ist kein Platz für Hass, Hetze und anti-queere Stimmungsmache, die als Predigt getarnt wird", erklärte kürzlich auch der Essener Bundestagsabgeordnete Kai Gehring (Grüne). "Die Äußerungen, mit denen Franklin Graham in der Vergangenheit immer wieder auffällig geworden ist, sind offen menschenverachtend und stellen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung infrage." Er kritisierte die Messe Essen scharf: "Seitens der Messe reicht es nicht aus, einmal im Jahr die Regenbogenflagge zu hissen, sie darf Volksverhetzung und Queerfeindlichkeit an 365 Tagen im Jahr keine Bühne zur Verfügung stellen. Jede und jeder sollte offen, frei sicher und gleichberechtigt leben und lieben können, das gilt es zu fördern."

Graham ist der Sohn des nicht minder homophoben Predigers Billy Graham, der 2018 gestorben ist (queer.de berichtete). Franklin Graham übernahm die Evangelisationsorganisation seines Vaters und fiel zuletzt auch wegen Wahlwerbung für Donald Trump und andere queerfeindliche Republikaner auf.

Eigentlich hätte Grahams Auftritt bereits im Juni 2020 in der Kölner Lanxess Arena stattfinden sollen (queer.de berichtete). Damals war das Event – offenbar als besondere Provokation gegen queere Menschen – während des Eröffnungswochenendes des CSD Köln anberaumt worden. Wegen der Corona-Pandemie konnten beide Veranstaltungen aber nicht stattfinden. (dk)

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