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Musik-Kabarett

Nik Breidenbach, wie queer ist dein Stück "Mensch, wir ärgern dich nicht"?

Erstmals wagt sich der schwule Schauspieler Nik Breidenbach auf die andere Seite des Theaters und arbeitet als Regisseur. Wir sprachen mit ihm über sein Musik-Kabarett, das am 12. Oktober auf dem Theaterschiff Hamburg Premiere feiert.


Nik Breidenbach wurde 1970 in Siegen geboren (Bild: Ali Arslan)

Nik Breidenbach (53) legte nicht nur eine steile Theaterkarriere hin (u.a. in Berlin und Wien), sondern zählte auch schon zum Hauptcast von TV-Serien wie "Gute Zeiten Schlechte Zeiten" (RTL). In der queeren Community feierte er mit der Soloshow "Cavequeen – Du sammeln, ich auch!" große Erfolge. Eines hat er bisher allerdings noch nicht getan: als Regisseur gearbeitet. Bis jetzt! Denn mit "Mensch, wir ärgern dich nicht" feiert demnächst sein Musik-Kabarett Premiere.

Los geht es am Donnerstag, den 12. Oktober um 19.30 Uhr auf dem Theaterschiff Hamburg. Worum es in seinem Stück geht, wie queer dieses ist und warum er es nicht als "sein Baby" bezeichnen möchte, verrät Breidenbach im Interview mit queer.de.

Nik, auf einer Skala von 1 bis 10: Wie aufgeregt bist du aktuell? Am 12. Oktober feiert schließlich dein Musik-Kabarett "Mensch, wir ärgern dich nicht" Premiere.

Im Moment bin ich noch bei einer 2 bis 3, und am 12., bei der Premiere, bei 12.

Was können die Zuschauer*innen dort erwarten? Und wieso sind Premieren im Vergleich zu den darauffolgenden Aufführungen vielleicht doch noch mal etwas Besonderes?

Das Publikum kann sich auf zwei ganz fantastische Frauen freuen, Elisa Pape und Ronja Geburzky. Was zum Lachen und zum Nachdenken… Ich kann ja nicht alles verraten – kommt einfach vorbei. Und eine Premiere ist eben einfach das erste Mal, dass man sich zeigt, das ist sehr aufregend!

Wie würdest du die Handlung des Stückes in wenigen Sätzen zusammenfassen?

Zwei Schauspielerinnen treffen sich zufällig in einem überfüllten Zug, um zu demselben Casting zu fahren. Und um rauszufinden, wer die Rolle am Ende bekommt, muss man sich das Stück ansehen.

Und wie queer ist "Mensch, wir ärgern dich nicht"?

Ha! Der Regisseur ist schwul…ich glaube, das ist alles. Aber die Themen im Stück betreffen uns alle, egal welche sexuellen Vorlieben wir haben.

Darum geht es in "Mensch, wir ärgern dich nicht"

Zwei Frauen im Zug. Eine zufällige Begegnung. Gerade waren sie sich noch völlig fremd, da stellen sie verblüfft fest: Wir haben viel gemeinsam! Denn sie sind nicht nur beide Schauspielerinnen, nein, sie haben auch dasselbe Ziel: Ein Casting für eine Vorabendserie. Und beide für dieselbe Rolle! Holla, da hat das Schicksal aber ordentlich hingelangt. Denn ab sofort stehen sie in Konkurrenz: Wer kriegt den Zuschlag? Sind die Würfel schon gefallen?

Die eine hat Kinder und kein Geld, die andere hat geerbt. Die eine braucht den Job unbedingt, die andere ist auf ihn so angewiesen wie "Der Bergdoktor" auf ein kritisches Publikum. Die eine muss Bahn fahren, weil die Piloten streiken, die andere verzichtet bewusst aufs Fliegen. Womit für beide die Rolle der anderen im Spiel des Lebens klar ist: Klimakillerin gegen naives Mädchen. Und so wird die Zugfahrt zu einem kabarettistischen Rundumschlag über das Leben. Sehr schnell, sehr lustig und mit sehr viel Musik.

(Quelle: Pressemitteilung "Mensch, wir ärgern dich nicht")

An einer Stelle in der Pressemitteilung wird geschrieben, dass "Der Bergdoktor" nicht auf ein "kritisches Publikum" angewiesen sei. Wie kritisch sollte denn das Publikum mit deinem eigenen "Baby" umgehen?

Das Baby ist nicht nur mein Baby. Theater kann man immer nur in der Gemeinschaft der Kreativität entstehen lassen – das Publikum ist Teil dieser Gemeinschaft, und ohne Kritik (positiv und negativ) kann man nicht wachsen.

In der Vergangenheit warst du vor allem als Schauspieler aktiv. Wie hat es sich für dich angefühlt, nun als Regisseur tätig zu werden?

Ich liebe es, verschiedene Seiten meines Berufes zu entdecken. Es ist ein Geschenk, neue Wege zu beschreiten, und ich freu mich darüber.

Hattest oder hast du manchmal auch Angst, dass das Stück zum Flop werden könnte? Falls ja, wie geht man mit dieser Angst um?

Habe ich tatsächlich nicht, auch wenn natürlich immer die Möglichkeit besteht. Ich gebe immer mein Bestes. Ich glaube, wenn man sich dieser Angst ergibt, ist das die größte Bremse für jede Art von Arbeit.

Zurück zum Titel "Mensch, wir ärgern dich nicht": Wenn du dich aktuell umschaust, hast du das Gefühl, dass sich unsere Gesellschaft zu häufig über Dinge "ärgert"?

Es gibt immer Dinge, über die man sich ärgern kann, es ist halt die Frage, ob sich das lohnt und was es uns bringt. Im Moment wünsche ich mir für die Welt, dass wir respektvoller miteinander umgehen und erkennen, dass wir eben alle gemeinsam nur diese eine Welt haben.

Und kann dein Stück dabei helfen, den Alltagssorgen mal zu entkommen?

Oh ja, das glaube ich, weil wir genau dafür da sind das Publikum auf eine Reise mitzunehmen und in diesem Fall auf eine Zugreise.

-w-