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Nürnberg
NS-Zeppelintribüne wird zur Bühne: Stück über ermordete Homosexuelle
An jenem Ort, an dem Adolf Hitler Reichsparteitage abhalten ließ, geht es in einem Theaterstück jetzt um homosexuelle Opfer des nationalsozialistischen Regimes.
- 9. Oktober 2023, 12:11h 2 Min.
Das Schicksal der Opfer vor der Kulisse der Täter: Die von den Nazis gebaute Zeppelintribüne in Nürnberg wird zur Bühne für ein Stück über ermordete Homosexuelle in der NS-Zeit. Das einstündige Werk "Die Männer die Steine" feiere am 19. Oktober seine Uraufführung, teilte das Staatstheater am Montag mit. Das Stück bringe die Geschichten der Opfer mit Musik, Gesang und Sprecherinnen an einem Platz der Täter zu Gehör. Der Eintritt ist frei.
Ausgangspunkt für das Projekt von Staatstheater und dem Ensemble Pegnitzschäfer Klangkonzepte sind die Biografien von 14 homosexuellen Männern aus Nürnberg, die von den Nationalsozialisten verfolgt und in Konzentrationslagern ermordet wurden. An ihr Schicksal erinnern auch Stolpersteine in der Stadt.
Erzählt wird unter anderem von dem Schriftsetzer Emil Sill, dem Tapezierer Alfred Zöller, von dem Kaufmann Richard Pongratz, dem Bäcker Andreas Hitzler, dem Gürtler Ludwig Herbst und dem Schauspieler Hans Stolle, der am Staatstheater engagiert war. Sie alle fielen dem von den Nationalsozialisten verschärften Paragraf 175 zum Opfer, der bis 1969 in der Bundesrepublik Bestand hatte. Schirmfrau der Veranstaltung ist die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin und Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD).
Inspiriert vom "Regenbogen-Präludium"
Von der kolossalen Zeppelintribüne aus verfolgten Adolf Hitler und andere Nazi-Größen während der Reichsparteitage zwischen 1933 und 1938 die Aufmärsche von Wehrmacht und Reichsarbeitsdienst. Inspiriert habe ihn das "Regenbogen-Präludium", sagt Wilfried Krüger in einem Video auf der Homepage des Staatstheaters. Krüger hatte die Idee zu dem Stück. Ein anonymes Kunst-Kollektiv hatte die Zeppelintribüne vor drei Jahren über Nacht mit bunten Streifen bemalt. Die Stadt ließ die Farbe damals umgehend entfernen und begründete das mit dem Denkmalschutz (queer.de berichtete). (dpa/cw)
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Stück auf staatstheater-nuernberg.de
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