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"Starke Zunahme offen transfeindlicher Äußerungen"

Auch dgti sagt "Goodbye" zu X

Letzte Woche verließ der Bundesverband Trans* Elon Musks Social-Media-Portal X, jetzt folgt ein weiterer Verband, der sich für geschlechtliche Minderheiten engagiert.


Die dgti verabschiedet sich vom Portal X (Bild: dgti e.V.)

Die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) hat "sich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, die Plattform X (ehemals Twitter) zu verlassen". Das hat der 1998 in Köln gegründete Verband am Montagabend mitgeteilt. Grund sei die "starke Zunahme offen transfeindlicher Äußerungen in den letzten zwei Jahren und ein insgesamt verschärftes Diskussionsklima auf dieser Plattform". Diese Hassrede werde von X "toleriert". Die dgti werde weiter über die Homepage, auf Facebook, Instagram und LinkedIn erreichbar sein.

Bereits vor wenigen Tagen hatte der Bundesverband Trans* (BVT*) seinen Rückzug von X bekanntgegeben (queer.de berichtete). Als Grund wurde "die explizite Ablehnung von Anti-Diskriminierungsstandards durch das Unternehmen" genannt.

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Negative Effekte durch X-Übernahme von Elon Musk

Die dgti wolle mit ihrem Ausstieg ein Zeichen an die queere Community und die Gesellschaft setzen, "sich transfeindlicher Hetze und Diskriminierungen nicht länger auszusetzen und zu handeln". Grund sei der neue Eigentümer der Social-Media-Plattform: "Seit der Übernahme durch Elon Musk, der sich wiederholt transfeindlich geäußert hatte (selbst seiner eigenen trans*Tochter gegenüber) und im Juni 2023 erklärte, dass 'cis' auf X als Beleidigung zähle, sind wir auf X (Twitter) immer inaktiver geworden und haben uns intern abgestimmt, wie wir verfahren", erklärte der Verein. "Die nicht mehr vorhandene Möglichkeit, transfeindliche Hetze und Angriffe auf die dgti zu melden und dagegen vorzugehen sowie die Einführung kostenpflichtiger Aktionen sind weitere Gründe für das Aus. Die Verlinkung auf unsere Homepage ist seit kurzem ebenfalls nur noch eingeschränkt möglich, Links auf externe Webseiten werden ohne Headlines angezeigt."

Musk hatte Twitter vor rund einem Jahr übernommen und die Regeln gegen Hassrede mit der Umbenennung auf X aufgeweicht. Zuletzt ging der Dienst auch juristisch gegen eine Nichtregierungsorganisation vor, die gegen die Verbreitung von Hass, Rassismus und Queerfeindlichkeit im Internet kämpft (queer.de berichtete). Einige Promis und Aktivist*innen haben sich deshalb ebenfalls von X zurückgezogen. Allerdings gibt es noch keine gleichwertige oder ähnlich von der breiten Masse genutzte Alternative – so ist der Facebook-Dienst Threads noch nicht in der Europäischen Union erhältlich. (dk)

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