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London
Buhrufe für Englands Henderson nach Saudi-Arabien-Wechsel
Der Wechsel von Jordan Henderson nach Saudi-Arabien, wo auf Homosexualität die Todesstrafe steht, sorgt in England für heftige Reaktionen. Beim ersten Heim-Länderspiel danach wird der Kapitän der Nationalmannschaft ausgebuht.

Jordan Henderson wurde bei seiner Auswechslung in der 62. Minute von einigen Fans ausgebuht. Die Partie in Wembley war das erste Heimspiel für Englands Nationalteam nach seinem Wechsel nach Saudi-Arabien (Bild: IMAGO / Crystal Pix)
- 15. Oktober 2023, 04:45h 2 Min.
Englands Fußball-Nationaltrainer Gareth Southgate hat seinen Kapitän Jordan Henderson gegen Buhrufe der eigenen Fans nach dessen Wechsel nach Saudi-Arabien in Schutz genommen. "Ich verstehe das nicht", sagte Southgate über die Reaktion der Anhänger*innen, die Henderson am Freitag beim 1:0-Testspielsieg gegen Australien in London ausgebuht hatten. Er könne nicht nachvollziehen, warum man einen Spieler, der "sein Herz und seine Seele für England gebe", nicht unterstütze. "Wie soll das ihm oder dem Team helfen?"
Der 33 Jahre alte Henderson war im Juli nach zwölf Jahren beim FC Liverpool für eine angebliche Ablösesumme 18 Millionen Euro zum im saudi-arabischen Dammam angesiedelten Fußballclub al-Ettifaq gewechselt. Dort soll er 800.000 Euro pro Woche verdienen, was Henderson im "Atlantic"-Interview allerdings als "nicht wahr" zurückwies (queer.de berichtete). Zahlreiche Fans, vor allem aus der LGBTI-Community, hatten den Mittelfeldspieler für den Wechsel kritisiert (queer.de berichtete). Henderson hatte sich vor seinem Wechsel immer wieder gegen Queerfeindlichkeit ausgesprochen und etwa Kapitänsarmbinde oder Schnürsenkel in Regenbogenfarben getragen.
Todesstrafe für gleichgeschlechtlichen Sex
In Saudi-Arabien steht auf Homosexualität die Todesstrafe. Zudem geht der Staat gegen alles vor, was nach Akzeptanz für LGBTI aussehen könnte. So wird selbst Kinderspielzeug in Regenbogenfarben konfisziert (queer.de berichtete).
Der Wechsel des englischen Superstars war auch vom schwulen deutschen Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger kritisiert worden. Die alte Marke ist tot!", attestierte der 41-Jährige. "Eine Zeit lang habe ich geglaubt, dass seine Unterstützung für die queere Community echt sein würde. Ich Dummerchen" (queer.de berichtete).
Auch Ronaldo und Neymar spielen in Saudi-Arabien
Saudi-arabische Clubs kauften zuletzt auch andere Fußballstars, darunter den portugiesischen Europameister Cristiano Ronaldo und den brasilianischen Olympiasieger Neymar (queer.de berichtete).
Auch von der FIFA erhält der Verfolgerstaat Unterstützung: Der Weltfußballverband vergab Anfang des Jahres die für Dezember anberaumte Club-WM nach Saudi-Arabien (queer.de berichtete). Vieles deutet zudem darauf hin, dass die Fußball-WM 2034 in Saudi-Arabien stattfinden wird (queer.de berichtete). (cw/dpa)














