https://queer.de/?47283
"Keine Probleme mit Fans oder ähnlichem"
Henderson wirbt für WM in Verfolgerstaat Saudi-Arabien
Nach seinem Wechsel nach Saudi-Arabien wurde Jordan Henderson von englischen Fans ausgebuht. Doch der Mittelfeldspieler verteidigt sich nicht nur, sondern wirbt auch für das umstrittene Land.

Früher gab sich der englische Nationalspieler Jordan Henderson LGBTI-freundlich – jetzt wirbt er für das brutale Regime in Saudi-Arabien (Bild: Steffen Prößdorf / wikipedia)
- 16. Oktober 2023, 11:33h 2 Min.
Englands Fußball-Nationalspieler Jordan Henderson hat sich gegen die Kritik an seinem Saudi-Arabien-Wechsel gewehrt und befürwortet eine Austragung der WM 2034 in seiner neuen Wahlheimat. "Das sind aufregende Zeiten für sie als Land, und ich glaube, es wird ein besonderes Turnier werden, wenn sie es bekommen", sagte Henderson Reportern vor dem nächsten Qualifikationsspiel gegen Italien am Dienstag (20.45 Uhr). Beim 1:0 im Test gegen Australien war der 33-Jährige von den englischen Fans mit Pfiffen bedacht worden, weil er im Sommer in das umstrittene Land gewechselt war (queer.de berichtete).
Wenn die WM 2034 in Saudi-Arabien ausgetragen würde, hätte Henderson nach derzeitigem Stand keinerlei Sorgen. "Ich bin seit zwei Monaten dort und es gab keine Probleme mit Fans oder ähnlichem. Wenn wir uns Katar ansehen, war es ein gutes Turnier. Ich glaube, dass die Fans das Turnier genossen haben und ich denke, dass es in Saudi-Arabien nicht anders sein wird", sagte Henderson, der für Al-Ettifaq spielt.
Englischer Trainer verteidigt Henderson
Nationaltrainer Gareth Southgate hatte Henderson nach den Pfiffen verteidigt. Er könne nicht nachvollziehen, warum man einen Spieler, der "sein Herz und seine Seele für England gebe", nicht unterstütze. "Wie soll das ihm oder dem Team helfen?" Zahlreiche Fans, vor allem aus der queeren Community, hatten Henderson für den Wechsel kritisiert. Der Mittelfeldspieler hatte sich vor seinem Wechsel immer wieder gegen Queerfeindlichkeit ausgesprochen.
In Saudi-Arabien steht auf Homosexualität die Todesstrafe. Zudem geht der Staat gegen alles vor, was nach Akzeptanz für LGBTI aussehen könnte. So wird selbst Kinderspielzeug in Regenbogenfarben konfisziert (queer.de berichtete).
Mit der Austragung großer internationaler Sportevents versucht das absolutistische Regime, sein Image aufzubessern. LGBTI-Aktivist*innen gehen davon aus, dass sich die Lage von queeren Menschen wegen dieses Engagements nicht verbessern wird. In Katar war etwa zu beobachten, dass nach der WM 2022 der Verfolgungsdruck auf sexuelle und geschlechtliche Minderheiten noch zugenommen hat (queer.de berichtete). Die FIFA gilt unterdessen als Fan von Saudi-Arabien: Bereits Anfang des Jahres hatte der Fußball-Weltverband die Klub-WM an das Land vergeben (queer.de berichtete). (dk)














