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Nach schockierender Verbrennung

Bund der Waldorfschulen entschuldigt sich bei queerer Community

Die Waldorfschule Itzehoe ließ vor Kindern ein schwules "Monster" vor Kindern verbrennen. Jetzt reagiert der Waldorf-Bundesverband: Die Aktion sei "diskriminierend und nicht hinnehmbar".


Die Verbrennung eines Drachen mit "Gaydidas"-Aufdruck in Itzehoe geht dem Bund der Waldorfschulen zu weit (Bild: Screenshot Anthroposophie-Blog / Waldorfschule Itzehoe)

  • 17. Oktober 2023, 12:26h 2 Min.

Der in Stuttgart ansässige Bund der Freien Waldorfschulen hat sich am Montag bei der queeren Community für die Verbrennung eines als schwul dargestellten Pappmaché-Drachen beim Herbstfest einer Schule im schleswig-holsteinischen Itzehoe entschuldigt: "Der gesamte Vorgang der Verbrennung von einer Figur mit eindeutig minderheiten-beschreibenden Merkmalen ist in hohem Maße diskriminierend und nicht hinnehmbar. Wir distanzieren uns ausdrücklich von einem solchen Verhalten", teilte der Bundesverband in einer gemeinsamen Erklärung mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen Schleswig-Holstein mit.

Weiter heißt es in dem Schreiben: "Wir entschuldigen uns insbesondere bei der queeren Community für diesen diskriminierenden Akt. Er passt in keiner Weise zu unseren Werten, die wir in der Waldorfpädagogik verankert und gelebt sehen."

/ AnthroBlogger

Der Bundes- und Landes-Verband der Waldorfschulen habe die Schule in Itzehoe "unter Terminsetzung aufgefordert, den Sachverhalt in pädagogischer und personeller Hinsicht zu klären, eine Aufarbeitung zu beginnen und sich insgesamt zu den Werten einer offenen Gesellschaft, in der Diskurse zu führen sind und keinesfalls Symbole verbrannt werden dürfen, zu bekennen". Nur dann handle sie den Werten entsprechend, "nach denen die 12 Waldorfschulen in Schleswig-Holstein und die [insgesamt] 254 Waldorfschulen in Deutschland arbeiten und kooperieren". Die Waldorfschule Itzehoe könne nur eine "Mitgliedschule" bleiben, wenn sie diese Werte anerkennt.

Auch Schleswig-Holsteins Bildungsministerium geht gegen Schule vor

Die Verbrennung hatte zu erheblicher Kritik vom Lesben- und Schwulenverband und aus der Politik geführt. Der LSVD erstattete bereits Strafanzeige gegen die Waldorfschule Itzehoe. "Inakzeptables Verhalten muss Konsequenzen nach sich ziehen", erklärte LSVD-Landesvorstandsmitglied Florian Wieczorek am Dienstag. Das schleswig-holsteinische Bildungsministerium kündigte schon kurz nach Bekanntwerden des Vorfalls eine Untersuchung an (queer.de berichtete). Am Montagabend teilte das Ministerium auf X einen Zwischenstand der Untersuchung mit: "Die Schule hat Vorfälle eingeräumt. Schulleitung ist von Rechtsaufsicht einbestellt und wird Vorfall nach den Herbstferien aufarbeiten müssen, [inklusive öffentlicher] Erklärung. Solche Vorgänge widersprechen den Zielen des Schulgesetzes SH! Aufarbeitung wird kontrolliert." Die Herbstferien enden in Schleswig-Holstein am 30. Oktober.

/ Bildung_SH
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Landesbildungsministerin Karin Prien (CDU) erklärte zudem laut einem NDR-Bericht vom Montag: "Wer bewusst Symbole der Selbstbestimmung von Minderheiten verbrennt oder Schmähungen dieser Art veröffentlicht, widerspricht damit den Werten, die unser Schulgesetz vorgibt." (dk)

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