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Sexskandal um homophoben Politiker

"Warum sind so viele Homo-Hasser heimlich schwul?"

Ein neuer Missbrauchsskandal erschüttert die britische Politik: Dieses Mal soll sich mit Peter Bone einer der queerfeindlichsten Tory-Politiker an einem jungen Mitarbeiter vergriffen haben.


Peter Bone ist seit 2005 Mitglied des Unterhauses – und gilt als einer der queer­feindlichsten Parlamentarier auf der Insel (Bild: parliament.uk)

Der langjährige britische Unterhausabgeordnete Peter Bone soll einen jungen Mitarbeiter im Jahr 2012 mehrere Monate lang sexuell belästigt haben. Das ist das Ergebnis einer unabhängigen Expertenkommission des britischen Parlaments, die am Montag veröffentlicht wurde. Der erzkonservative Politiker habe "mehrfach Mobbing betrieben und sich in einem Fall sexuellen Fehlverhaltens schuldig gemacht", heißt es in dem Bericht (PDF).

Nach Angaben des "Daily Telegraph" soll es sich bei dem Opfer um einen Mitarbeiter zwischen 20 und 30 Jahren gehandelt haben. Der jetzt 70-jährige Politiker soll seinen Untergebenen laut dem Bericht etwa dazu genötigt haben, ihn zu massieren. Außerdem habe er sich bei einem Auslandsaufenthalt vor dem Opfer entblößt. Des weiteren habe es mehrere Fälle von Mobbing gegeben – so habe der Abgeordnete etwa wiederholt Gegenstände auf den jungen Mann geworfen oder ihn geschlagen. Die Expertenkommission schlägt vor, den Politiker sechs Wochen lang aus dem Unterhaus auszuschließen. Dann könnte das Parlament eine Nachwahl in seinem Wahlkreis beschließen.

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Bone beteuert Unschuld

Bone wies alle Anschuldigungen empört zurück. "Keiner dieser Vorwürfe ist passiert", schrieb er nach der Veröffentlichung des Berichts auf X.

/ PeterBoneUK
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LGBTI-Aktivist Peter Tatchell nahm am Mittwoch ebenfalls auf X Stellung zu dem Bericht: "Warum sind so viele Homo-Hasser heimlich schwul?", fragte der 71-Jährige. Er wies darauf hin, dass der Tory-Parlamentarier "konsequent" gegen queere Rechte gestimmt habe.

/ PeterTatchell

Bone ist seit 2005 Mitglied des britischen Parlaments in London und war früher stellvertretender Unterhausführer. Er hat praktisch immer gegen die Gleichbehandlung queerer Menschen gestimmt – etwa mehrfach gegen die Ehe für alle, die er als "völligen Quatsch" bezeichnete. Außerdem behauptete er, dass Homosexuelle die Ehe zerstören würden, wenn sie heiraten dürften – ironischerweise verließ er vier Jahre nach der Ehe-Öffnung seine Frau, mit der er 35 Jahre verheiratet war, und bandelte mit einer 20 Jahre jüngeren Frau an. Zudem machte Bone mehrfach gegen trans Menschen Stimmung. Er forderte etwa vor einigen Jahren von der BBC, einen mitfühlenden Beitrag über trans Menschen zu zensieren, weil dieser Kindern gefährden könnte.

Zuletzt machten die Konservativen, die das Land mit absoluter Mehrheit regieren, vermehrt Stimmung gegen LGBTI. Anfang des Monats zweifelte etwa Premierminister Rishi Sunak auf dem Tory-Parteitag die Existenz von trans Menschen an (queer.de berichtete). (dk)

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