Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?47307

Krimi-Kult

Transphobie ist Thema im neuen Münchner "Tatort"

Ende Oktober geht es im "Tatort" um ein Gipfeltreffen bayerischer Produktköniginnen – und um alltägliche Transfeindlichkeit.


Spargelkönigin Luise (Phenix Kühnert) steht im Visier der Münchner "Tatort"-Ermittler (Bild: BR / Odeon Fiction GmbH / Luis Zeno Kuhn)

Der neueste "Tatort" aus München, der am 29. Oktober um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird, behandelt als eine der Nebenhandlungen das Thema Transphobie. Trans Schauspielerin Phenix Kühnert spielt dabei die Aichacher Spargelkönigin Luise, die auch trans ist. Im Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" erklärte Kühnert, dass Transphobie darstellende Handlungsstränge notwendig seien: "Die Wortwahl war schon hart, aber ich bin überzeugt, wenn ein Film oder eine Serie die Realität wiedergeben möchten, dann muss Transfeindlichkeit darin vorkommen", so die 28-Jährige. "Das ist die Realität, in der wir leben. Es gibt einen feinen Grat, dennoch transfeindliche Narrative dabei nicht zu befeuern. Insgesamt glaube ich aber, dass wir das in 'Königinnen' gut geschafft haben."

Bei der neuen Folge geht es konkret um ein Gipfeltreffen bayerischer Produktköniginnen, bei dem es zu einem Mordversuch gekommen ist. Der Präsident des Bavaria-Bunds wurde mit einem Bolzenschussgerät attackiert und liegt seitdem auf der Intensivstation. Die beiden Ermittler Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) kommen dahinter, dass das Opfer seine Position für sexuelle Übergriffe ausgenutzt hat: Keine Königin war vor seinen Belästigungen sicher, auch Spargelkönigin Luise nicht. Jede hatte also ein Motiv, es ihm heimzuzahlen – die Organisatorin des Königinnentags eingeschlossen.

Der Bayerische Rundfunk veröffentlichte auch einen Ausschnitt aus dem Drehbuch, um die Transphobie deutlich zu machen. Dabei verhält sich Kommissar Leitmayr gegenüber Luise nicht vorbildhaft (BR: "Diskriminierungs-Fettnäpfchen"). Wörtlich heißt es:

Leitmayr: "Kann ich Sie kurz ...?"

Luise: "Sie sehen aus, als hätten Sie in der Zwischenzeit was über mich rausgefunden. Wenn Sie Angst vor Fettnäpfchen haben, sagen Sie im Zweifelsfall einfach 'queer'."
[…]

Leitmayr: "Und Sie wollen vermeiden, dass er als 'pervers' geoutet wird, weil er mit Ihnen zusammen ist? Also, ich mein jetzt nicht 'pervers', sondern: unnormal. Also, nicht – also, im Sinne von – aus der Sicht von … also, queer."

Luise: "Wir haben 2023, selbst in Bayern."

Schauspielerin Kühnert erklärte in der "Augsburger Allgemeinen" weiter, dass es zwar wichtig sei, dass trans und queere Geschichten in Serien positiv seien. "Nur, weil ich trans* bin, bin ich nicht den ganzen Tag unglücklich. Mein Leben ist nicht so sehr davon bestimmt", so Kühnert. "Aber es ist andererseits wichtig, darüber aufzuklären und Transfeindlichkeit deutlich zu machen. Damit andere Menschen realisieren, wie unsere Realität ist, denn für mich und viele andere aus der Community ist das unser Alltag. So leben wir, und das kann auch einen sehr schönen, aufklärenden Moment haben."

Kühnert hatte letztes Jahr das Buch "Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau" veröffentlicht. Darin beschreibt sie, warum das Thema Gleichberechtigung die gesamte Gesellschaft interessieren sollte (queer.de berichtete). (dk)

-w-

Queere TV-Tipps
-w-

-w-