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Empfang im Konrad-Adenauer-Haus
Friedrich Merz: Warme Worte für die LSU
Vor drei Jahren brachte Friedrich Merz noch Homosexualität mit sexuellem Kindesmissbrauch in Zusammenhang. Bei einem Empfang zum 25-jährigem Jubiläum der Lesben und Schwulen in der Union gab sich der heutige CDU-Vorsitzende geläutert.

CDU-Chef Friedrich Merz am Donnerstagabend beim LSU-Empfang im Konrad-Adenauer-Haus (Bild: frauenunion_cdu / instagram)
- 20. Oktober 2023, 11:32h 3 Min.
Bei einem Empfang zum 25-jährigem Jubiläum der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) am Donnerstagabend im Konrad-Adenauer-Haus übte der CDU-Bundesvorsitzende Friedrich Merz vorsichtige Selbstkritik. "Wir haben von Ihnen gelernt, die Dinge anders und richtig zu sehen – und ich will es offen sagen: ich auch", sagte Merz laut "Bild"-Zeitung in seiner Festrede.
"Natürlich werden, wenn Mann Mann liebt und Frau Frau liebt, Werte gelebt, die unsere Gesellschaft auszeichnen", so der CDU-Chef in seiner Rede. "Das ist Treue, das ist Füreinander sorgen, das ist gegenseitige Verantwortung. Und dass wir das heute so sehen und dass wir das heute so sagen, hat ganz maßgeblich mit ihrem 25-jährigen Engagement zu tun. Und dafür will ich Ihnen ein herzliches Wort des Dankes sagen."
CDU und LSU "zu lange in wilder Ehe gelebt"
Obwohl sie bereits 1998 gegründet wurde, ist die LSU erst seit dem letzten Jahr offizielle Parteiorganisation der CDU (queer.de berichtete). "Wir haben lange – zu lange – in wilder Ehe miteinander gelebt", kommentierte Merz die späte Anerkennung, die noch unter der früheren CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer eingeleitet worden war.
Für die CDU gelte, so der Parteivorsitzende: "Wir bewegen uns selbst. Tun wir das nicht, dann stehen wir im Weg. Der notwendigen Veränderung und auch uns selbst."
Merz vermischte Homosexualität und Pädophilie
In den vergangenen Jahren hatte sich Friedrich Merz mehrfach queerfeindlich geäußert und u.a. Homosexualität und sexuelle Gewalt gegen Kinder in Verbindung gebracht. So war er 2020 in einem Interview gefragt worden, wie er zu einem homosexuellen Bundeskanzler stehen würde. Merz antwortete damals: "Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft – an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht -, ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion." (queer.de berichtete). Nach heftiger Kritik inszenierte er sich als Opfer eines Spielchens von "Akteuren" und "Strukturen" (queer.de berichtete).
Im vergangenen Jahr warnte Merz Fußballfans vor Protest gegen das queerfeindliche Emirat Katar (queer.de berichtete).
Für Merz waren eingetragene Lebenspartnerschaften verfassungswidrig
Auch in seiner ersten Phase in der Politik bis 2009 hatte sich Merz in Geschlechter- und Sexualitätsfragen stets besonders rückwärtsgewandt gezeigt und Homosexuellen einen Hang zur sexuellen Gewalt attestiert. So erinnerte der frühere Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, 2018 daran, Merz habe als Reaktion auf Wowereits Coming-out gegenüber "Bunte" sinngemäß gesagt: "Solange der Wowereit sich mir nicht nähert, ist mir das egal" (queer.de berichtete).
Im Jahr 2000 hatte der damalige CDU/CSU-Fraktionschef die Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft als verfassungswidrig kritisiert, da sie den Schutz und Stellenwert der Ehe aushöhle. Die 2017 beschlossene Ehe für alle begrüßte Merz zwar, fand aber deren vermeintlich überstürzte Einführung "über Nacht" nicht gut. (cw)














