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Nordamerika

Eishockey-Liga NHL nimmt Regenbogen-Verbot zurück

Unter Dauerkritik rudert der Verband zurück: Spieler dürfen sich mit Klebeband auf ihren Schlägern wieder für soziale Anliegen einsetzen.


Das streitgegenständliche Schläger-Klebeband, das sogenannte Pride Tape, fällt während des schnellen Spiels nichtmal groß auf (Bild: Victoria Royals / x)

  • 25. Oktober 2023, 14:18h 2 Min.

Nach anhaltenden Protesten hat die amerikanisch-kanadische Eishockey-Liga NHL ein vor wenigen Wochen erlassenes Verbot von Regenbogen-Klebeband auf Spielerschlägern zurückgenommen.

"Nach Rücksprache mit der Spielervereinigung der NHL und der 'NHL Player Inclusion Coalition' haben Spieler nun die Möglichkeit, während der gesamten Saison freiwillig mit ihrem Klebeband soziale Anliegen zu vertreten", bestätigte die NHL gegenüber US-Medien. Die Liga war unter Druck geraten, weil Spieler, Clubs, Fans, Medien, queere Organisationen und viele weitere Stimmen den Schritt als Beschränkung der Meinungsfreiheit von Spielern einstuften und die Kritik nicht abriss.

Spielern werde nun erlaubt, während des Aufwärmens, des Trainings und der Spiele mit Klebeband soziale Anliegen zu repräsentieren, so die NHL in einer Stellungnahme zum Richtungswechsel.

Das Verbot geht zurück auf die Weigerung mehrerer Spieler, während des Pride-Monats im Juni beim Aufwärmen von ihren Teams gestellte Trikots mit Regenbogen-Aufdrucken zu tragen. Die Liga entschied, vermeintlich vom Spiel ablenkende Diskussionen zu unterbinden und Spieler zu schützen, indem kollektiv getragene Symbole zu thematischen Anlässen wie dem Pride-Monat zu unterlassen seien.

Die späteren Richtlinien untersagten aber auch Einzelspielern Symbole zu sozialen Anliegen – und mehrere Spieler der 32 Ligamannschaften hatten angekündigt, das Verbot des sogenannten "Pride Tape" zu ignorieren (queer.de berichtete). Am Samstag war der Verteidiger Travis Dermott der Arizona Coyotes mit dem Regenbogen auf seinen Schläger gegen die Anaheim Ducks angetreten. An diesem Freitag steht die erste von einem Team abgehaltene "Pride Night" an, ebenfalls von den Arizona Coyotes. Ähnliche Termine stehen in den Kalendern weiterer Teams.

Die Organisation Athlete Ally lobte, "dass die NHL auf die Stimmen der Eishockeyspieler und -fans gehört hat, die sich wünschen, dass der Sport, den sie so sehr lieben, ihnen die Möglichkeit gibt, zu feiern, wer sie sind und was ihnen wichtig ist". Hudson Taylor, der Gründer der Organisation, betonte, wie wichtig es sei, dass Spieler auf dem Thema das Bewusstsein für Themen wecken und diese unterstützen können, etwa zum Pride, zur Krebsvorsorge, bei der Unterstützung von Soldat*innen oder anderen Themen.

Für die NHL, die selbst eine Webseite zum Thema Pride und Inklusion anbietet und dabei selbst die Pride-Tapes lobte, sind die letzten Wochen ein Debakel. Das queere Portal Outsports forderte den Rücktritt der Führungs- und PR-Riege der Liga. (cw)

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