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ZDF-Satiriker zu transfreundlich

"Emma" verleiht Jan Böhmermann Negativ-Preis

Vor knapp einem Jahr prangerte Jan Böhmermann in seiner ZDF-Sendung die Transfeindlichkeit von Alice Schwarzer an. Jetzt kommt die Retourkutsche. Unterdessen gibt es in Leipzig Proteste gegen die Feministin.


Satiriker Jan Böhmermann zog mit seiner Sendung den Zorn von Cheffeministin Alice Schwarzer auf sich (Bild: Screenshot ZDF)

  • 26. Oktober 2023, 09:48h 3 Min.

Alice Schwarzers Magazin "Emma" hat am Mittwoch den ZDF-Moderator Jan Böhmermann zum "Sexist Man Alive 2023" gekürt. Der Preis wird seit 2019 jedes Jahr an einem Mann verliehen, den die "Emma"-Redaktion als größten Sexisten des Jahres ansieht. Böhmermann, so die Begründung, sei ein "Demagoge" sowie "ein Biedermann und Brandstifter, der von den Gebühren der Öffentlich-Rechtlichen fett gefüttert wird".

Anlass für die Verleihung war offenbar Böhmermanns Sendung "ZDF Magazin Royale" vom 2. Dezember 2022, in der er Transfeindlichkeit zum Thema gemacht hatte – und auch Schwarzer für ihre Attacken auf trans Menschen kritisierte ("Ich weiß zwar nicht, was das mit Feminismus zu tun hat, wenn man Menschen ihre Existenz abspricht. Aber ich bin auch kein 'Emma'-Abonnnent.").

Die "Emma" forderte nun vom ZDF, Böhmermann zu canceln: "Ist eigentlich irgendwann mal Schluss mit lustig im Reich der Krawallschachtel? Will ZDF-Intendant Himmler den Böhmi wirklich immer weiter wüten lassen?", fragte das Magazin.

Bereits letztes Jahr ernannte die "Emma" mit Sascha Lobo einen Mann zum größten Sexisten des Jahres, der sich zuvor für Trans-Rechte engagiert hatte (queer.de berichtete). Lobo führte die Auszeichnung auf sein Engagement zurück: "Leider muss ich befürchten, dass mein öffentliches Eintreten für die Rechte von trans Personen und insbesondere trans Frauen sowie mein Podcast im Mai mit dem Titel 'Alices Schwarzers Lumpen-Pazifismus' eine Rolle bei der Preisverleihung gespielt haben", sagte der Publizist damals.

Proteste gegen Schwarzer in Leipzig

In Leipzig kam es am Mittwochabend zu Protesten gegen einen Auftritt von Alice Schwarzer in der Stadtbibliothek, als sie gerade ihre Autobiografie vorstellen wollte. 20 Demonstrierende protestierten laut der "Leipziger Volkszeitung" und zeigten unter anderem eine nichtbinäre Flagge und Transparente. Dabei skandierten sie "We are here, we are queer" und "Eure Kinder werden so wie wir, eure Kinder werden alle queer". Die Polizei führte die Demonstrierenden schließlich unter dem Applaus des Schwarzer-treuen Publikums aus dem Saal.

Beim Auftritt von Alice Schwarzer am Mittwochabend in Leipzig haben mehrere Personen gegen Aussagen der Autorin zu...

Posted by LVZ Leipziger Volkszeitung on Wednesday, October 25, 2023
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Bereits vergangene Woche hatten 33 Künstler*innen in einem offenen Brief den Auftritt Schwarzers in Leipzig kritisiert. Die Feministin falle immer wieder durch "transfeindliche, rassistische und misogyne Aussagen und Publikationen" auf (queer.de berichtete).

Schwarzer warnt bereits seit längerem vor einer angeblichen "Trans-Welle" (queer.de berichtete). Sie deutete immer wieder an, dass die Sichtbarkeit von trans Menschen dazu führen werde, dass mehr Kinder und Jugendliche ihren Geschlechtseintrag ändern wollten. Damit kopiert sie ein altes Scheinargument, das früher gegen Schwule und Lesben verwendet wurde: Viele Konservative lehnten die Öffnung der Ehe ab, weil dadurch angeblich Jugendliche zur Homosexualität verführt werden würden. (dk)

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