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Bayern
Nürnberg: Gedenkort für homosexuelle NS-Opfer verwüstet
Am Magnus-Hirschfeld-Platz wurden sowohl Regenbogenbank als auch Gedenkstele und -kugel beschmiert.
- 27. Oktober 2023, 14:57h 2 Min.
Unbekannte haben das Denkmal für homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus in Nürnberg verwüstet. Das teilte die Stadt, die von einem abscheulichen Angriff sprach, am Freitag mit.
Demnach seien in den letzten Tagen am Magnus-Hirschfeld-Platz die Regenbogenparkbank, die Gedenkstele an die homosexuellen und die Gedenkkugel an die lesbischen NS-Opfer mit queerfeindlichen Schmierereien versehen worden. Die Gedenkkugel sei aus ihrer Verankerung gerissen worden.
Die Stadt stellte Strafanzeige. "Dieses Verhalten ist nicht akzeptabel", verurteilte Bürgermeister Christian Vogel (SPD) die Taten. "Wir sind Stadt des Friedens und der Menschenrechte, wir werden weiter aktiv gegen jede Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit einstehen. Nürnberg ist eine vielfältige Stadt und die queere Community ist elementarer Teil davon, wir stehen Seite an Seite."
Wer Menschen wegen ihres Geschlechts, ihres Aussehens, ihres Glaubens oder wegen ihrer sexuellen Orientierung angreift, greife "unsere Zivilgesellschaft an", so der Bürgermeister. "Angriffe auf betroffene Menschen oder, wie hier, Gedenkorte werden von uns nicht toleriert. Dass es überhaupt dazu kommt, ist traurig und erschütternd."
Die Gedenkstele am Nürnberger Sterntor des Nürnberger Künstlers Christof Popp war 2013 errichtet worden. 2020 wurde der Bereich in der der Nähe von Oper, Straße der Menschenrechte und Hauptbahnhof in Magnus-Hirschfeld-Platz benannt und um die Bank in Regenbogenfarben und die Gedenkkugel ergänzt (queer.de berichtete). Die Gedenkstele war schon mehrfach beschmiert und verwüstet worden.
Wann genau der neue Angriff erfolgte, ist unbekannt. Die Polizei geht von einem Zeitraum zwischen Ende September und Mitte Oktober aus. Die Polizei suche zunächst nach Hinweisen und Zeugen. (cw/pm/dpa)















