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Nach Tod von "Friends"-Star
Kathleen Turner gedenkt Seriensohn Matthew Perry
Überraschend ist "Friends"-Star Matthew Perry gestorben. Viele Prominente nehmen Abschied von dem 54-Jährigen, darunter auch Kathleen Turner, der Serien-"Dad" von Perrys Figur Chandler Bing.

Chandler Bing (Matthew Perry) bei seiner Hochzeit – mit Mutter Nora Tyler Bing (Morgan Fairchild, li.) und "Dad" Helena Handbasket (Kathleen Turner) (Bild: NBC)
- 30. Oktober 2023, 10:27h 3 Min.
Der Tod des amerikanisch-kanadischen Schauspielers Matthew Perry hat in Hollywood und darüber hinaus Entsetzen ausgelöst. Der 54-Jährige war am Samstag in einem Whirlpool seines Anwesens in Los Angeles ertrunken. Zu den Trauernden gehört auch die 69-jährige Kathleen Kennedy, die in der 236-teiligen Sitcom "Friends" den trans "Vater" der Perry-Figur Chandler Bing spielte.
"Er kam zu einer meiner Broadway-Shows backstage", erinnerte sich Turner im Magazin "People". "Als er mich sah, schrie er: 'Hey, Dad.'" Zwar habe sie ihn seit mindestens zehn Jahren nicht mehr gesehen, aber sie habe sich immer an seine Persönlichkeit erinnert. "Er hatte einen guten Sinn für Humor und ein gutes Herz. Er mochte andere Menschen, was – meiner Ansicht nach – sehr wichtig ist, insbesondere für einen Schauspieler", so Turner.
Es sei sehr traurig, dass er sein Leben nicht besser unter Kontrolle kriegen konnte, erklärte die oscarnominierte Schauspielerin. Hintergrund ist, dass Perry nach einem Jetski-Unfall medikamentenabhängig und später auch alkoholabhängig wurde – und jahrelang gegen seine Sucht kämpfte. Turner mutmaßte, dass er nach dem Erfolg von "Friends" unter immensen Druck gestanden haben musste.
Turner spielte Helena Handbasket
Turner spielte seit 2001 ein Elternteil von Chandler Bing namens Helena Handbasket. Dabei war in der Sendung nicht immer ganz deutlich, ob sie eine trans Frau oder eine schwule Dragqueen war. Chandler machte sich oft über Helena lustig, kritisierte etwa offen ihre Geschlechtsidentität und rief sie immer bei ihrem alten Namen Charles oder als "Dad". "Friends"-Produzentin Marta Kauffman gab später zu, dass diese Darstellung nicht richtig gewesen sei: "Ich denke, wenn wir damals das Wissen von heute über trans Menschen gehabt hätten, hätten wir es anders gemacht", sagte sie 2019 (queer.de berichtete).
Kritisiert wurde auch oft, dass die Figur Chandler immer wieder Angst zu haben schien, selbst für schwul gehalten zu werden. Matthew Perry soll sogar persönlich einen Handlungsstrang verhindert haben, den er als zu homophob einstufte (queer.de berichtete). Nach neueren Enthüllungen sei anfangs sogar geplant worden, dass Chandler sich im Laufe der Serie als schwul outen sollte. Dieser Handlungsstrang sei aber später verworfen worden (queer.de berichtete).
Auch in Deutschland führte der Tod von Matthew Perry zu Beileidsbekundungen. Auch viele Promis und Politiker*innen erinnerten an den Schauspieler. Sven Lehmann, der Queerbeauftragte der Bundesregierung, schrieb etwa auf X Satz: "Could I BE more sad?" Damit erinnerte er an eine wiederkehrende Redensart von Chandler.
/ svenlehmannCould I BE more sad?#matthewperry #ChandlerBing
Sven Lehmann (@svenlehmann) October 29, 2023
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Die Rolle des Chandler Bing, die Perry von 1994 bis 2004 spielte, blieb sein größter Erfolg im Unterhaltungsgeschäft. Danach konnte er nicht wieder an seinen Erfolg anknüpfen, obwohl er in mehreren Spielfilmen und Serien Rollen übernahm. So spielte er zwischen 2015 und 2017 in 38 Folgen in "Odd Couple" eine Hauptrolle. Dabei handelte es sich um eine Neuauflage der bahnbrechenden Sitcom "Männerwirtschaft" (1970-1975). (cw)















