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"Living for the Dead"
"Queer Eye" trifft auf "Ghost Hunters": Die queere Geisterjagd
Das "Queer Eye"-Produktionsteam hat sich mit Kristen Stewart zusammengetan und eine queere Geisterjagd-Realityserie gestartet, die jetzt auf Disney+ erschienen ist.

Die geisterhaften Fab-Five (v.l.n.r.): Juju Bae, Logan Taylor, Roz Hernandez, Alex LeMay und Ken Boggle (Bild: Hulu)
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31. Oktober 2023, 09:52h 3 Min.
41 Prozent der US-Bevölkerung glauben laut einer YouGov-Umfrage aus dem Jahr 2021 an Geister. 18 Prozent geben sogar an, schon einmal einen Geist gesehen zu haben. Kein Wunder, dass trashige Geisterjägershows in den letzten zwei Jahrzehnten erhebliche Erfolge feierten: "Ghost Hunters" bringt es seit dem Start 2004 auf inzwischen mehr als 250 Folgen. Auch wenn der Show immer wieder "unwissenschaftliche Methoden" nachgesagt werden und freilich nie die Existenz eines Geistes bewiesen werden konnte, zählte sie zu den erfolgreichsten Sendungen im Kabelkanal Syfy, der sonst für fiktionale Serien wie "Stargate", "Battlestar Gallactica" oder "Chucky" bekannt ist.
Dieses Jahr hat die Geisterjagd endlich ein queeres Pendant erhalten: Seit einigen Tagen zeigt Disney+ auch hierzulande die achtteilige erste Staffel von "Living for the Dead" (in Originalfassung mit deutschen Untertiteln). Dahinter steckt Starpower: Nicht nur das Produzententeam der Netflix-Serie "Queer Eye" ist für die Serie verantwortlich, kommentiert und mitproduziert wird die Sendung von keiner Geringeren als der bisexuellen "Twilight"-Schauspielerin Kristen Stewart, die immerhin dieses Jahr Jurypräsidentin der Berlinale war (queer.de berichtete). Sie reichert die Sendung durch lakonisch-humorvolle Sprüche aus dem Off an.
"Living for the Dead" orientiert sich im Aufbau an "Queer Eye". So gibt es hie wie dort eine Art Fab-Five – statt Jonathan Van Ness und Co. handelt es sich in der neuen Sendung um die paranormale Forscherin und Podcasterin Roz Hernandez, Hellseher Logan Taylor, Tarotkarten-Leser Ken Boggle, Hexe Juju Bae und Geisterjägerin Alex LeMay. Sie werden an Orte gerufen, in denen Menschen Probleme haben – angeblich mit Geistern. Dazu zählen etwa ein altes Sanatorium in Kentucky, in dem tausende Menschen zu Tode kamen, ein Clownmotel in der Provinz von Arizona oder ein "Gentlemen's Club" in Las Vegas.

Gleich in Folge 1 besuchen die übernatürlichen Five ein spukiges Clownmotel (Bild: Hulu)
Die queere Show liefert die selben Geisterjagdszenen mit technischem Schnickschnack, mit denen die fünf Expert*innen scheinbar mit dem Jenseits in Kontakt treten – etwa mit Messgeräten für elektromagnetische Felder, die Geister angeblich verursachen. Abgesehen vom Hokus-Pokus wird aber auch die reale Geschichte der verwunschenen Orte erzählt. So ist es keine Überraschung, dass sich im "Gentlemen's Club" etwa homophobe Geister tummeln, die auch vor dem schwulenfeindlichen F-Wort ("Faggot") nicht zurückschrecken. Möglicherweise, so wird angedeutet, handelt es sich hier um religiös verbrämte Original-Siedler*innen von der Mormonensekte, die ja bekanntlich queere Menschen als minderwertig betrachten – oder auch einfach nur heterosexuelle Club-Besitzer, die eben in ihrer heteronormativen Welt leben (bzw. nicht mehr leben). In dieser Folge geht es damit ganz um den Kampf gegen toxische Männlichkeit und Selbstzweifel, die queere Menschen wegen der ablehnenden Haltung der Gesellschaft gerne befallen.
Zwar mag die Geisterjagd als albernes Spiel mit billigen Effekten erscheinen. Zu Halloween kann die Sendung aber durchaus auch jene unterhalten, die das gesamte Konzept für Humbug halten – ein paar Gläser Alkohol helfen sicher dabei, die Serie zu genießen. Und wer von Geistern überzeugt werden will, muss die vorgestellten Orte einfach besuchen, wie Geisterjägerin Alex erzählt: "Ich denke, jeder Skeptiker würde bekehrt werden, wenn er nur eine Nacht an einem der Orte bleibt, die wir untersucht haben."
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